Naturland Hof Achter'd Diek



Dem Meer entsprungen: Unser Heinitzpolder

Frau mit Kindern
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Meine Frau mit zwei unserer drei Kinder; in der Landwirtschaft helfen alle mit.

Meine Frau Mechthild und ich, Wilko de Boer, leben mit unseren drei Kindern auf Hof Achter'd Diek in der mehrere Dörfer umfassenden Region Dollart, Ostfriesland. Wir leiten den Betrieb gemeinsam und bauen Getreide "mit Gesicht" an.

Der Dollart bezeichnet eine Meeresbucht westlich der Emsmündung. Hier vermischt sich die Nordsee mit dem Süßwasser der Zuflüsse. Die Region besteht aus acht Poldern, die seit dem Mittelalter nach und nach dem Meer abgerungen und eingedeicht wurden. Die an den Dollart grenzende Rheiderländer Marsch umfasst eine Fläche von rund 4500 Hektar Ackerland im Nordwesten Niedersachsens an der Grenze zu den Niederlanden.

Die Zufahrt zu unserem Hof führt über einen alten Deich, der den Blick auf die offene weite Landschaft  und den 1795 eingedeichten Heinitzpolder freigibt. Im Winter ziehen jeden Morgen und Abend Hunderte von Gänsen über unseren Hof auf dem Weg zu den Äsungsgebieten im Binnenland und zurück.

Der auf deutscher Seite gelegene Dollart wurde 1980 als Naturschutzgebiet ausgewiesen, soweit er zum Kreisgebiet Leer/Ostfriesland gehört. 1986 erfolgte die Ausweisung als EU-Vogelschutzgebiet, 2000 zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer mit dem teilweise strengsten Schutzstatus der Schutzzone I. Der Dollart ist alljährlich Schlafplatz Zehntausender von Zugvögeln. Den spektakulärsten Anblick bietet der Einflug der arktischen Wildgänse.

Getreidebestand vor Hofstelle
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Der Dollart ist Teil eines zur Schutzzone I zählenden Vogelschutzgebietes.
Getreideacker
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Als Polder wird das Neuland bezeichnet, das dem Meer abgewonnen wurde.
Betriebsleiter vor Naturland Schild
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Der hiesige Naturverein begleitet einige der Naturschutzmaßnahmen auf unserem Betrieb.

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Kontakt zum Verbraucher wichtig

Die Wiesenweihe, ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen, untersteht in unserer Gegend ebenfalls einem besonderen Schutz. Wir sind in dem landwirtschaftliche Naturverein "Rheiderländer Marsch" aktiv, der Projekte zur Arterhaltung dieses Bodenbrüters und andere Naturschutzmaßnahmen auf unserem Betrieb begleitet.

Ich engagiere mich außerdem als Vorstandsmitglied im Naturland Landesverband Niedersachsen. Unser Hof wirtschaftet seit 1992 nach den Naturland Richtlinien. Ein wachsendes Umweltbewusstsein und auch der Wunsch nach einem engeren Kontakt zu den Menschen, die unser Getreide und unsere Kartoffeln kaufen, waren unsere Beweggründe zur Umstellung des Betriebes auf ökologischen Landbau.

Zu unserem Ackerbaubetrieb gehören etwa fünfzig Hektar Fläche. Auf ihr bauen wir hauptsächlich Getreide und Kartoffeln an. Der besonders tonreiche schwere Boden sorgt für gute Backqualitäten des Getreides und lässt besonders schmackhafte Kartoffeln heranwachsen. Zur Auflockerung der Fruchtfolge und Verbesserung der Bodenstruktur bauen wir auf bis zu zwanzig Hektar Luzerne und Klee an.

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Kleine Helfer und sinnvolle Strategien auf dem Acker

Mann in Getreidefeld
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Bei Bedarf hacken wir Kartoffeln und auch das Getreide mit der Hackmaschine.

Wir bauen Weizen, Dinkel, Roggen und Hafer "mit Gesicht" an, außerdem Kartoffeln und Leguminosen (Hülsenfrüchte). Für die Gesundheit der Pflanzen spielen Sortenwahl, Fruchtfolge und der Standort eine ganz wesentliche Rolle. Im ökologischen Landbau werden daher bevorzugt Sorten angebaut, die eine hohe Krankheitsresistenz und einen weniger hohen Anspruch an Klima und Boden aufweisen. Das kann jedoch auch zu geringeren Ernten führen.

Kleegras, Luzerne und Ackerbohnen haben zudem die Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft aufzunehmen und so der nachfolgend angebauten Hauptfrucht (Getreide, Kartoffeln) im Boden zur Verfügung zu stellen. Stickstoff ist Hauptnährstoff für das Wachstum der Pflanzen. Auch andere Nähr- und Mineralstoffe, die mit der Ernte dem Boden verloren gehen, werden durch den Anbau unterschiedlicher Pflanzen an den Boden zurückgeführt und bleiben ihm langfristig erhalten.

Die Fruchtfolge beschreibt  die Reihenfolge der auf einer landwirtschaftlichen Fläche im Ablauf der Vegetationsperiode und der Jahre angebauten Nutzpflanzenarten. Ist die Fruchtfolge sinnvoll gestaltet, vermindert das den Befall der Kulturen durch Unkräuter und einige tierische Schädlinge. Die Förderung von Nützlingen zählt zu den Naturschutzmaßnahmen auf unserem Betrieb. Als Nützlinge werden zumeist Spinnentiere oder Insekten bezeichnet, die andere Insekten (Schädlinge) als Nahrung oder Wirt brauchen.

Die Einteilung in Nützlinge und Schädlinge ist ausschließlich auf den Nutzen und Schaden für den Menschen bezogen. Im ökologischen Landbau geht es daher immer um ein tolerierbares Maß an Schädlingen und "Beikraut", nicht aber um eine Landwirtschaft ohne sie.

Scheune
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"Gott schuf das Meer, der Friese die Deiche" - und das Gulfhaus als typisches Bauernhaus.
Ehepaar vor Haustür
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Das Meer speichert Wärme; dadurch liegen die Temperaturen über dem Mittel Deutschlands.
Feldweg zum Hof
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Landeinwärts geht das Marschland über in Niedermoore, Geest und Hochmoore.

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Sicherheit und Transparenz

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Hof einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und der Naturland Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der wir unter der Kontrollnummer D-NI-005-09005-A geführt werden.

 

Weitere Informationen:

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