Naturland Hof Herrmann



Naturschutz ist unsere oberste Prämisse

Der ökologische Landbau fördert die Ansiedlung von Seidenschwänzen auf unserem Betrieb.
Vogel in Baumgeäst

Der Naturland Hof Herrmann liegt in der brandenburgischen Uckermark, der Schorfheide. Die fruchtbare hügelige Landschaft zeichnet neben den großen Uckerseen eine Vielzahl kleinerer Seen aus. Die meisten dieser Seen resultieren aus der Eisschmelze am Ende der letzten Eiszeit. Parlow liegt im Süden der Uckermark im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in der Schutzzone III (Landschaftsschutzgebiet); allein dort befinden sich mehr als 200 Seen. Die Schorfheide ist ein zusammenhängendes Waldgebiet von etwa 200 Quadratkilometern.

Der Naturschutz spielt für unseren Betrieb eine zentrale Rolle. Unser Prinzip, die positiven Kräfte der Natur zu unterstützen, führt zu einem zurückhaltenden und lediglich regulierend wirkenden Eingriff - zum Beispiel durch Baumschnitt. Wir - das sind Biologen und Naturschützer aus der Region und ich, Dr. Mathias Herrmann - sind im Nebenberuf zu Landwirten geworden. Seit 2007 pressen wir die Äpfel zu Bio-Apfelsaft.

Rund 30 verschiedene Sorten an Obstgehölzen finden sich auf unseren Flächen, die wir nach den Naturland Richtlinien bewirtschaften. Eine beeindruckende Artenvielfalt auf der relativ kleinen Betriebsfläche zeugt von dem guten Erfolg und der Nachhaltigkeit unserer Bemühungen. Um nur einige der hier lebenden oder zu beobachtenden Tierarten zu nennen: Neben Rebhuhn, Wachtel, Weißstorch, Turmfalke, Otter, Biber, Kranich, Dachs, Schellente, Kolkrabe, Schrei- und Seeadler sowie der Grauammer kommt auch die Breitflügelfledermaus vor.

Kleine und große Naturschützer helfen bei der Apfelernte im Familienkreis.
Mann und drei Kinder bei Apfelernte
Das sind Paul und Lasse mit dem Sammelobst für Naturland.
Zwei Kinder auf Apfelsäcken
Wir bauen außerdem vietnamesisches Gemüse und Kürbisse an.
Gemüseanbau vor Gewächshaus

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Adelstitel mit besonderem Geschmack

Die Vermarktung von Äpfeln und Saft soll zukünftig einem größeren Kundenkreis als bisher zugänglich gemacht werden. Der Betrieb umfasst insgesamt fast sieben Hektar. Neben der knapp drei Hektar großen ökologischen Streuobstwiese sind dies Flächen, die von Schafen beweidet werden. In liebevoller "Handarbeit" bauen wir außerdem auf einem kleinen Teil unserer Betriebsflächen vietnamesische Gemüsesorten an. 

Auf der mehr als 100 Jahre alten Streuobstwiese finden sich zahlreiche Apfelsorten, darunter Königlicher Kurzstiel, Rheinischer Bohnapfel, Croncels, Danziger Kant, Ellisions Orange Pepping, Roter Bellefleur und Schöner von Nordhausen. Auch andere Obstsorten sind vertreten: Pflaume, Aprikose (Ungarische Beste V) und Pfirsich (Aneliese Rudolpf, Red Haven). Eine Vielfalt an Strukturelementen, darunter Reisig- und Steinhaufen sowie Hecken, bieten zahlreichen Tierarten Schutz.

Ich engagiere mich beim Naturschutzbund (NABU) und der ÖKO-LOG Freilandforschung, die sich mit den Eingriffen in die Natur wissenschaftlich und praktisch durch angewandten Naturschutz auseinander setzt. Desweiteren bin ich Mitglied im Verein Kranichdorf Parlow, dessen Forum das Natur- und Kulturinfozentrum "Alter Speicher" ist.

Streuobstbestände spielen für die Biodiversität eine herausragende Rolle.
Schafe auf Streuobstwiese
Um Lämmer wie die kleine Melissa kümmert sich meine Frau Petra.
Frau mit Lamm
Das ganze Jahr über begrüßen wir zahlreiche Besuchergruppen.
Kinder mit Lamm

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Gute Geburtenquote mit Apfeltrester

Eine gebräuchliche Weideform für Streuobstflächen ist die Koppelhaltung.
Schafbock

Die Streuobstflächen werden extensiv als Weide genutzt. Da gemischtrassige Tiere unseren Erfahrungen nach besonders langlebig und robust sind, legen wir bei unseren Schafen keinen Wert auf gekörte (für die Zucht ausgewählte) oder reinrassige Tiere. Ursprünglich war die Landschaftspflege für uns der Anlass, Schafe zu halten. Inzwischen hat sich die Schafhaltung zu einem eigenen Betriebszweig entwickelt. Wir verdanken dies insbesondere einer hohen Tiergesundheit sowie hervorragenden Eigenschaften unserer Muttertiere, die durchschnittlich zwei Lämmer im Jahr gebären.

Die Beweidung erfolgt extensiv mit ein bis zwei Großvieheinheiten - also maximal 20 Schafen - pro Hektar. Eine Fläche wird zwei bis dreimal im Jahr beweidet; zwischen der Beweidung liegen mindestens sechs bis acht Wochen.

Neben Weidegras als Grundfutter erhalten unsere Schafe den Apfeltrester, der bei der Saftgewinnung anfällt. Je nach Saftmenge entstehen aus 50 Kilogramm Frucht etwa 13 Kilogramm Trester, ein nahrhaftes und schmackhaftes Futtermittel. Es wird auch zur Fütterung von Wildtieren genutzt.

Am Ostersonntag laden wir zur traditionellen Schafschur ein.
Schafschur am Besuchertag
Auf unserem Betrieb nisten jedes Jahr Störche.
Storchennest
Wir heißen Naturliebhaber herzlich willkommen.
Wandgemälde mit Tieren

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Kontrolle wichtiger Bestandteil der Verbrauchertransparenz

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Naturland Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Naturland Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BB–005-03955-A geführt wird.

 

Weitere Informationen:

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