Bioland-Hof Zeller



In den blauen Bergen fließt Bio-Milch

Betriebsleiterfamilie an Esstisch auf Kuhweide
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Auf dem Hof fühlen sich die Eltern, Kinder und Enkel wohl miteinander.

Kempten ist nicht weit, die Iller fast zu riechen, laut schreit der Hahn: Auf dem großen Zeller-Hof im Weiler Luiblings bei Altusried. Der Kirchturm von Kimratshofen winkt herüber, der Blick schweift über das Illertal – über Kempten bis nach Oberstdorf. Vor den blauen Bergen drängeln sich die Öko-Bauern.

Der Bauer ist noch "im Holz", Jakob Zeller muss "den Käfer bekämpfen". So steht mir derweil die Bäuerin Rede und Antwort. Sie hatte schon lange mit "Bio" geliebäugelt. Die BSE-Krise war dann der letzte Auslöser für die Umstellung des Betriebes auf den ökologischen Landbau. "Wir wollten raus aus der ganzen Panscherei; wir wollten, dass aus der Milch unserer Kühe etwas gemacht wird, auf das wir stolz sein können."

Die Milch und die Kühe: Gut 70 Kühe bevölkern den Laufstall mit Liegeboxen und den Laufhof – wann immer sie wollen, können die Tiere frische Luft schnuppern. Gut gemischt: Allgäuer Braune stehen einträchtig neben Fleckvieh und einigen Rotbunten. Die Tendenz geht auch bei Jakob Zeller zum Fleckvieh – "die sind halt besser zu haben". Besser geeignet offenbar für die modernen Laufställe.

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"Zum Bauern muss man geboren sein..."

Kuh mit Kalb
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Wenn die Kuh kalbt, schaut der Bauer meist nur zu - oder der Nachwuchs ist schon da.

Ein großer Hof für das Allgäu: Fast 90 Hektar bewirtschaften die Zellers, samt zehn Hektar Wald, der vom Sturm arg gebeutelt worden ist, daher dem Borkenkäfer gefällt und so mehr Arbeit macht als er Geld einbringt.

Die Milchleistung: 5.500 Liter liefern die Zeller-Kühe im Schnitt pro Jahr, sie sind nicht auf Höchstleistung getrimmt. Zu fressen gibt es nur Grundfutter vom eigenen Hof, gutes Heu vor allem, kein Kraftfutter mehr. "Für uns entscheidet nicht die Menge, sondern die Qualität", spricht Bauer Jakob – ein stämmiger, bärtiger, ruhiger Allgäuer aus dem Bilderbuch, der auch jederzeit als Holzfäller durchgehen würde. Übrigens: Jakob Zeller will Bauer sein und bleiben, er legt Wert auf die traditionelle Bezeichnung. Denn: "Landwirt kann man lernen, zum Bauern muss man geboren sein." Will wohl sagen: Der Bauer ist kein kühler Rechner, sondern frönt seinem Job aus Leidenschaft, er liebt die Arbeit, die Tiere, natürlich die Familie.

Die Familie: Vier Kinder haben Jakob Zeller und seine Frau. Die Tochter ist schon verheiratet, wohnt mit Mann und den beiden Kindern in der Dachwohnung. Dazu gesellen sich drei Söhne. Der mittlere hat sich als Nachfolger empfohlen.

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Erfolgsmodell Bio-Schaukäserei Wiggensbach

Betriebsleiter streichelt Kuh auf Weide
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Jakob Zeller ist Öko-Bauer mit Leib und Seele.

Der Zeller-Hof ist gut gerüstet: Zumal Jakob Zeller mit Glück auf den Traditionshof gekommen ist: Seit Jahrhunderten im Familienbesitz, dann aber war kein Nachwuchs mehr da und so hat der Onkel dem jungen Jakob mit 18 Jahren seinen Hof in Hinterbach übergeben. Im Allgäu nicht ungewöhnlich: Hier wechseln die meist kleinen Höfe ihre Besitzer öfter als etwa in Oberbayern.

1994 hat Familie Zeller einen Hof in Altusried gekauft und im gleichen Jahr wurde der Stall gebaut, 1995 das ansehnliche Wohnhaus. Die Wiesen werden in Hinterbach weiterhin bewirtschaftet und dort die Heuernte gelagert. Die Vision von Vater Jakob ist ebenso solide: Den Hof sorgsam weiterführen, dann kann sich der Sohn neue Horizonte setzen.

Betriebsleiter im Melkstand
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Die Milch von Zellers Kühen wird in der Wiggensbacher Schaukäserei zu Weich- und Hartkäse verarbeitet.

Ein Hof mit Zukunft: Die Milch von Zellers 70 Kühen fließt exklusiv in die Bio-Schaukäserei Wiggensbach. Hinter diesem Erfolgsmodell stehen die Zellers ebenso wie die anderen acht Bauern, die nach Wiggensbach liefern: "Es ist doch toll, wenn man die eigenen Produkte selber kaufen, schmecken und genießen kann."

Ökologischer Landbau, das bedeutet für Jakob Zeller: bäuerlich sauber wirtschaften und viel Ehrgeiz in die eigenen Produkte setzen, aber auch selber gesunde Produkte genießen.

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Kontrollen schaffen Transparenz und Vertrauen

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch der Bioland-Hof von Jakob Zeller mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der dieser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BY-006-41382-AD geführt wird.

Weitere Informationen:

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