Eine gute Idee trägt Früchte

Dr. Ibrahim Abouleish war 1977 Gründer der Initiative SEKEM.
SEKEM steht für die Lebenskraft durch die Sonne. Gründer der Initiative ist Dr. Ibrahim Abouleish. Seit 1977 arbeitet SEKEM in Ägypten mit mehr als 200 Bauern zusammen, die nach Demeter-Richtlinien wirtschaften. In der Mehrzahl handelt es sich dabei um Kleinbauern. Sie sind über das ganze Land verteilt. Durch den Vertragsanbau mit SEKEM schaffen sie für sich und ihre Familien eine sichere Lebensgrundlage.
Die Überzeugung, dass die biologisch-dynamische Landbauweise langfristig die effektivste Methode ist, um den Wüstenboden Ägyptens fruchtbar zu machen, hat sich bewährt: Auf ehemals ödem Wüstenboden ist ein lebendiger Organismus und Lebensraum für Menschen und Tiere entstanden. So können gesunde und hochwertige Lebensmittel erzeugt werden.
2.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche wurden durch Ackerbau und Viehzucht zum Lebensraum gemacht. Schwerpunkte des Ackerbaus sind Gemüse und Heilkräuter. Daneben werden hauptsächlich Rinder und Milchkühe gehalten sowie Hühner.
Das Besondere an SEKEM

Helmy Abouleish ist Geschäftsführer der SEKEM-Betriebe.
Als Pionier für biologisch-dynamischen und überhaupt für ökologischen Anbau in Ägypten hat SEKEM ein großes Netzwerk von Demeter-Bauern aufgebaut. Durch die durchweg positive Entwicklung der biologisch-dynamischen Anbauweise für Baumwolle in den neunziger Jahren wurde die Regierung auf den Öko-Anbau aufmerksam.
Sie hat seitdem viele Methoden für die Landwirtschaft in Ägypten übernommen und neu eingeführt. So sank der Pestizideinsatz um über 90 Prozent von mehr als 30.000 Tonnen pro Jahr auf etwa 3.000 Tonnen pro Jahr. Die Ausbringung von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln per Flugzeug wurde ganz verboten.
SEKEM engagiert sich für die – landesweit rund 2.000 – Mitarbeiter in den verschiedenen Unternehmen durch Analphabetenschulung, Kranken- und Rentenversicherung und bietet ein vielseitiges Angebot an Weiterbildung. Wichtige Einrichtungen für die Mitarbeiter stehen auch der Bevölkerung aus der Umgebung zur Verfügung, wie
- der SEKEM Kindergarten
- die SEKEM Schule
- das Berufsbildungszentrum
- die SEKEM Akademie
- das Krankenhaus
Hand in Hand: Wirtschaftlicher Erfolg und soziale Entwicklung
Alle Vertragsbauern von SEKEM sind Mitglieder in der EBDA (Egyptian Biodynamic Association), der ägyptischen biologisch-dynamischen Vereinigung. Die EBDA bietet Weiterbildungsmaßnahmen für die Bauern an und unterstützt neue Mitglieder bei der Umstellung von der konventionellen auf die ökologische Wirtschaftsweise.
EBDA führt außerdem Forschungsprojekte zum ökologischen Landbau durch. SEKEM zeigt, daß wirtschaftlicher Erfolg mit sozialer und kultureller Entwicklung durchaus Hand in Hand gehen kann. Für diese Vorreiterrolle wurde SEKEM als erstes Wirtschaftsunternehmen 2003 mit dem Alternativen Nobelpreis in Stockholm ausgezeichnet. Die Jury lobte den Betrieb als ein "Gesellschaftsmodell des 21. Jahrhunderts", das wirtschaftlichen Erfolg mit sozialem, ökologischen und kulturellen Engagement verbindet.
Durch SEKEM wurden in Ägypten landesweit über 4.000 Arbeitsplätze geschaffen. Die Initiative zählt zu den weltweit größten Betrieben für biologisch-dynamischen Anbau und Verarbeitung.



Naturschutz schafft Lebensraum
Die SEKEM Farm liegt in der Region Sharkya in der Wüste Ägyptens. Der Sandboden braucht intensive Pflege. Durch die Bearbeitung wird ein lebendiger Farm-Organismus geschaffen mit eigenem Mikroklima. Um die Bodenfruchtbarkeit aufzubauen, ist ein gutes Kompostmanagement erforderlich.
Durch viel Handarbeit und eine gute Sortenwahl beim Anbau von Obst und Gemüse werden die vorhandenen Ressourcen der Pflanzen und des Bodens an Nährstoffen voll genutzt. Eine gezielte Bewässerung und moderne Anbautechnik schützen den Boden außerdem vor Erosion (Bodenabtrag durch Witterungseinflüsse).
Naturschutz und die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise schaffen so einen Lebensraum für Mensch und Tier. Auf der SEKEM Farm wurden inzwischen über 80 Vogelarten gezählt. Die Vertragsfarmen des Netzwerks sind über ganz Ägypten verteilt, vom Nildelta im Norden über die Oasen bis nach Südägypten im Niltal gelegen.
Kontrolliert und zertifiziert: SEKEM-Erzeugnisse sind garantiert "bio"

Gemüse kann unter Gewächshäusern ganzjährig geerntet werden.
Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch dieser Demeter-Betrieb mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Demeter-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch.
In Ägypten kontrolliert die COAE (Centre of Organic Agriculture in Egypt) alle Vertragsbauern von SEKEM hinsichtlich der Einhaltung der Demeter-Anbaurichtlinien und der EG-Bio-Richtlinie.




