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Rund um das Getreide

Getreide - unser ständiger Begleiter durch den Tag

Zum Frühstück ein Müsli, zwischendurch eine Dinkelbrezel, zum Mittagessen ein Nudelgericht, zur Kaffeezeit ein Stück Kuchen und abends ein belegtes Vollkornbrot: ein Tag ohne Getreideprodukte ist kaum vorstellbar. Seit Jahrtausenden ist Getreide das wichtigste Nahrungsmittel des Menschen und die Basis einer ausgewogenen Ernährung. Die Bedeutung der einzelnen Getreidearten allerdings veränderte sich im Laufe der Jahre, und auch ihre Verarbeitung. Wurde früher Getreide hauptsächlich naturbelassen und in der Vollkornform verwendet, greifen heute viele Verbraucher zu stark verarbeiteten Nahrungsmitteln ( = Getreideprodukte mit hohem Ausmahlungsgrad).

Wer sich vollwertig ernähren möchte, sollte sich wieder auf die „alten Werte“ besinnen und solche Lebensmittel wählen, die so wenig wie möglich verarbeitetet sind. Getreide und Getreideprodukte aus ökologischer Landwirtschaft sind dafür ideal. Körner oder Schrot liefern zum Beispiel die Grundlage für viele sättigende Gerichte. Auch die zahlreichen anderen Produkte aus frisch vermahlenem Öko-Getreide lassen keine Wünsche offen: Brot, Kuchen und Gebäck, Müsli, Flocken und Grieß, Vollkornnudeln, Reiswaffeln, Malzkaffee und Bier sowie viele Spezialitäten verschiedener Öko-Hersteller.

Deutsche Öko-Bauern an der Spitze

Deutsche Bauern erzeugen europaweit das meiste Öko-Getreide, und die Nachfrage wächst kontinuierlich. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbands (DBV) wurden im Jahr 2004 auf 156.000 Hektar Getreideanbaufläche 500.000 bis 550.000 Tonnen Öko-Getreide geerntet. Zum Vergleich: Die gesamte Anbaufläche für Getreide in Deutschland betrug 6,9 Millionen Hektar, darauf wurden 51 Millionen Tonnen Getreide geerntet.

Die Herstellung von Nudeln ist nur eine von zahlreichen Verarbeitungsmöglichkeiten für Öko-Getreide.
Nudelsortiment

Dinkel, Einkorn & Emmer: neuer Trend, „altes“ Getreide

Der Öko-Landbau hat vielen alten Getreidearten aus der Familie des Weizens zum Comeback verholfen. Am bekanntesten und bei vielen Verbrauchern beliebt ist der Dinkel, eine alte Kulturform des Saatweizens. Noch im 19. Jahrhundert wurde in vielen Regionen Europas Dinkel angebaut; erst zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurde der Dinkel in allen Anbauregionen fast vollkommen verdrängt. In Deutschland ist heute Baden-Württemberg wieder die Hauptanbauregion für ökologisch erzeugten Dinkel. Dank seiner hochwertigen Inhaltstoffe und guten Backfähigkeiten eignet sich Dinkel sehr gut zur Herstellung von Brot und Backwaren. Wird er als grünes Korn in der so genannten Milchreife geerntet und zu Grünkern getrocknet, gibt er herzhaften Gerichten eine würzige Note.

Zu den ältesten Kulturpflanzen Europas gehören die Urgetreide Einkorn und Emmer. Sie haben ihre Bedeutung für die menschliche Ernährung heute fast gänzlich verloren, wurden aber im ökologischen Landbau als unverfälschte, genetisch wertvolle Getreidearten wieder entdeckt. Da ihr Anbau nicht im großen Stil erfolgt, sind Einkorn und Emmer keine Massenware. Emmer eignet sich mit seinem hohen Kleberanteil (Getreideeiweiß) besonders für Feingebäcke, Brote aller Art sowie zur Herstellung eifreier Nudeln. Einkorn hat einen leicht nussigen Geschmack, enthält ebenfalls viel Protein und zusätzlich Carotinoide (Farbstoffe, die im Körper als sekundäre Pflanzenstoffe wirken).

Der Öko-Landbau hat der alten Weizensorte Emmer zum Comeback verholfen.
Emmer-Ähren
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