Wulkower Hof



Gemischtbetrieb an der Oder

"Ich bin eigentlich aus Naturschutzinteresse zur Landwirtschaft gekommen", erklärt Ulrike Raulf ihr Engagement.
Betriebsleiterin vor Grünfläche

Die östlichste Fläche des Wulkower Hofes liegt direkt am Ufer der Oder, aber auch fast alle anderen Flächen der insgesamt knapp 200 Hektar grenzen an Wasserläufe. 176 Hektar davon können als Grün- oder Ackerland genutzt werden, der Rest entfällt auf Wald- und Hofflächen.

Mutterkuhhaltung und Getreideanbau bilden die wirtschaftlichen Schwerpunkte des Betriebes – eingebettet in vielfältige Naturschutzaktivitäten. Denn Ökologie und Landwirtschaft noch mehr zusammenzubringen, ist eines der Kernanliegen von Betriebsleiterin Ulrike Raulf, die den Hof zusammen mit zwei Mitarbeitern bewirtschaftet. "Es geht ja nicht nur darum, nicht zu spritzen, sondern ein Betriebskonzept mit angepassten Nutzungen für meinen speziellen Standort zu entwickeln", erläutert sie.

Die Flächen des Wulkower Hofes liegen eingebettet in die Flusslandschaft der Oder.
Landschaft mit Flusslauf
Zum Wulkower Team gehören auch die beiden Mitarbeiter Lutz Portner und Mike Wischnewski.
Zwei Mitarbeiter vor Traktoren
Dank der Winterfeuchte steht die Untersaat im Winterdinkel schon sehr hoch.
Betriebsleiterin in Getreidefeld

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Angepasste Nutzungen

Konkret bedeutet das auf dem Wulkower Hof, dass nach anfänglichen Experimenten mit Hirse und Buchweizen mittlerweile verschiedene Sorten Weizen, Roggen und Dinkel angebaut werden. Auf einer kleinen Versuchsfläche stehen auch Winterweizen-Sorten mit wohlklingenden Namen wie Sandomir und Goldblume.

In der sieben- bis achtjährigen Fruchtfolge werden Luzerne oder die Futterpflanze Rübsen oft bereits im Herbst mit dem Getreide als Untersaat mit eingebracht. "Die Untersaat unterdrückt das Unkraut", erklärt Ulrike Raulf. Nach dem Dreschen des Getreides bleibt der Bestand der Untersaat stehen und kann im Folgejahr als Futter geerntet werden.

Antonia Gruhn (rechts) ist bei der Bio-Bäckerei Märkisches Landbrot für die Qualitätssicherung zuständig und besucht regelmäßig die Lieferanten.
Betriebsleiterin und Beraterin im Getreidefeld
Bei den Felderbegehungen wird begutachtet, ob die Pflanzen gesund sind und wie sich die Kulturen entwickeln.
Nahaufnahme Getreideähre
Das Getreide ist goldgelb, die Mähdrescher rücken an: Die Ernte kann beginnen.
Getreideernte mit Mähdrescher

Es kann aber auch mal vorkommen, dass die Mitarbeiter einen Bestand von Wickroggen von den Rindern abweiden lassen müssen, weil das Getreide wegen der Trockenheit so schlecht aufwächst. Auch bei der Bodenqualität mancher Flächen stoßen die Bewirtschaftungsmöglichkeiten an Grenzen. Dazu gehört zum Beispiel auch der Standort "Wüste Kunersdorf". Er kam zu seinem Namen wegen einer Schlacht im Dreißigjährigen Krieg, nach der er komplett verwüstet war. "Auf dem Boden mit gerade mal zehn Bodenpunkten wächst eigentlich höchstens Quecke", fasst Raulf die Erfahrungen der letzten Jahre zusammen. Weil das die einzig angepasste Nutzung ist, wird diese Fläche, wie andere Grenzstandorte des Betriebes auch, gar nicht mehr beackert oder umgebrochen. Der geringere Ertrag gilt als selbstverständlicher Tribut an die natürlichen Gegebenheiten.

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Pinzgauer in Mutterkuhhaltung

Alle Rinder, auch die Masttiere, genießen in Wulkow Weidegang- hier noch auf dem Winterauslauf.
Rinder auf unbegrünter Weide

Die Pinzgauer, die hier im Wechsel mit der ackerbaulichen Nutzung die Flächen beweiden, haben ihren Ursprung in den österreichischen Bergregionen. Die Rasse gilt als anspruchslos und wurde als Arbeitsochsen auf den ostelbischen Gütern eingesetzt. Die Stallbereiche sind mit Hecken eingefasst, damit den Rindern auch im Winter ein Auslauf angeboten werden kann. Mit über 120 Rindern ist der Tierbestand für Brandenburger Verhältnisse relativ hoch. "Unser Konzept ist, mit den Tieren auf alle Flächen zu gehen", erläutert Ulrike Raulf. Bei der Mäh-Weide-Nutzung entscheidet sie je nach Entwicklung des Kleegrasbestandes, ob das Gras als Winterfutter gemäht wird oder direkt beweidet wird: "Ist der erste Aufwuchs üppig, können wir mähen". Ein erstrebenswertes Ziel, denn angesichts der häufigen Trockenheit in Brandenburg muss mit dem ersten Schnitt das Futter für den Winter drin sein.

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Ein Bereich des Betriebes ist auch Landschaftsgestaltung

Vor zehn Jahren befand sich an der Stelle dieses Biber-Sees noch ein Wald.
Wasserfläche mit umgestürzten Bäumen

Bei der Landschaftsgestaltung haben die Wulkower sehr aktive "Kollegen": Seit der Betriebsübernahme 1991 haben Biber die Flussläufe häufig geändert oder gar einen Wald von zehn Hektar in einen See verwandelt.

Auch die Streuobstwiesen, ein weiteres Projekt der Wulkower, müssen wegen der Biber besonders geschützt werden. Nicht nur wegen drohender Überschwemmungen, sondern weil sich die Nager gerne an der frischen Rinde der Obstbäume gütlich tun könnten.

Auf den entbuschten Streuobstwiesen wurden neue Obstbäume angepflanzt.
Streuobstwiese

Es gibt einige Reste alter Bestände mit Süßkirschen und Apfelbäumen auf dem Wulkower Hof, die zu weiten Teilen mit Sträuchern zugewachsen waren. Während an anderen Stellen Hecken als Landschaftselemente angelegt werden, wurden die Streuobstflächen entbuscht und mit neuen Obstbäumen bepflanzt. Wegen der Vogelschutzrichtlinien steht die Arbeit an den Streuobstwiesen immer im Winter an. Gut 400 Bäume an Saft- und Mostsorten sind bis zum Jahr 2009 bereits neu gepflanzt worden. Die Wiesen darunter werden einmal jährlich von einer Naturschutzschäferei abgehütet.

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Engagement im "Ökospeicher"

Ortsmittelpunkt und Ausgangspunkt zahlreicher Aktivitäten ist in Wulkow der "Ökospeicher".
Traktor vor Backsteingebäude

"Die Landwirtschaft steht global vor der Herausforderung, durch optimale Gestaltung des Nährstoffkreislaufes und durch eine nachhaltige Wirtschaftsweise die ökologischen Potenziale zu erschließen und beispielsweise ein Gesamtsystem so zu gestalten, dass es wassersparend funktioniert", blickt Ulrike Raulf in die Zukunft. Dazu muss Wissen, zum Beispiel über Mischkulturen, weiterentwickelt werden.

Ein Kristallisationspunkt für verschiedene Umweltaktivitäten vor Ort ist auch der von einer örtlichen Initiative ausgebaute "Ökospeicher", der als Urlaubs- und Veranstaltungsraum genutzt werden kann. Der Wulkower Hof ist Mitglied beim Ökospeicher e.V. in Wulkow. Dieser arbeitet erfolgreich am Konzept der nachhaltigen Dorfentwicklung. Über das vereinseigene Umwelt- und Seminarzentrum bietet der Wulkower Hof Fachvorträge, Führungen und Besichtigungen rund um den ökologischen Landbau an.

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Kontrolliert und zertifiziert: Die Garantie auf Bio-Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch der Wulkower Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Demeter-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der der Betrieb unter der Kontrollnummer D-BB-037-11-AD geführt wird.

Weitere Informationen:

Produktherkunft

Ihre bmg-Nummer:
2008909

Weizenmehl Type 1050
Naturastar

Warenkunde

  • Rund um das Getreide

Rezepte

  • Kastenbrot
  • Möhrenbrötchen mit Sesam
  • Frischkornmüsli
  • Getreidebratlinge à la Saison
  • Vollkorn-Cracker
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