Betriebs-Porträt

Demeter-Hof Maier

Betriebsleiter
Pionier des Öko-Landbaus, den auch Frau und Kinder biologisch-dynamisch betreiben: Walter Maier.

Demeter-Hof Maier
Walter Maier
Heckenweg 7
91560 Heilsbronn-Weißenbronn

09872 1728
09872 2596

Sehen wo's herkommt

 

Gemischtbetrieb im romantischen Franken

Unser Gemischtbetrieb liegt in Heilsbronn-Weißenbronn im mittelfränkischen Landkreis Ansbach. Hier, in einem waldreichen Tal des Rangau, wird der Öko-Landbau "groß geschrieben": Schätzungsweise 50 Prozent der Flächen in Weißenbronn werden ökologisch bewirtschaftet.

Wir haben zwar kein richtiges "Weinklima" wie am Main, aber hohe Durchschnittstemperaturen; damit ist unsere Region prädestiniert für zum Beispiel Heilkräuter- und Kürbisanbau. Ich, Walter Maier, bewirtschafte rund 120 Hektar, die Betriebe meiner Kinder und meiner Frau Christa sind jeweils rund 20 Hektar groß.

Alle Betriebe zusammen bilden einen Betriebsorganismus mit etwa 30 Hektar Wiesen und 170 Hektar Ackerland, das jeweils zu einem Drittel mit Getreide (Urweizen, Triticale, Hafer), Hackfrüchten - unter anderem Kartoffeln "mit Gesicht" - bzw. Feldfutter und Gemüse bestellt wird, darunter Tomaten, Salat, Sellerie und Möhren. Wir beschäftigen vier bis fünf Mitarbeiter und rund ein Dutzend Saisonkräfte.

Pionier des Ökologischen Landbaus

Ich bewirtschafte meinen Betrieb bereits seit den siebziger Jahren nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus. Bis zur Umstellung, in der Zeit vor meinem persönlichen Umdenken, hatte ich meinen kleinen Betrieb unter starkem Einsatz von Kraftfuttermitteln, mineralischem Dünger und synthetischen Pflanzenschutzmitteln konventionell bewirtschaftet.

Ich dachte, nur so könne ich ein ausreichendes Einkommen für meine damals junge Familie erwirtschaften. Tatsächlich brachten meine Kühe eine weit über dem Durchschnitt liegende Leistung. Jedoch war die Lebenserwartung der Tiere nicht sehr hoch.

1976 war dann das trockenste Jahr, das ich jemals erlebt habe. Auf meinen Wiesen wuchs kein Gras mehr – bis auf die eine Fläche, auf der ich versäumt hatte, chemisch-synthetischen Stickstoffdünger auszubringen. Das machte mich nachdenklich. Seit 1977 bringe ich auf meinem Grünland überhaupt keine synthetischen Dünger mehr aus, und die Erträge sind dadurch keineswegs geringer. 1978 stellte ich auch die Ackerflächen auf ökologischen Landbau um.

Betrieb wuchs mit der Nachfrage von Bio-Produkten

1979 plante ich die Aussiedlung des Hofs. Da in den achtziger Jahren leider viele landwirtschaftliche Betriebe in unserer Gegend aufgeben mussten, konnte ich Flächen hinzupachten und meinen Betrieb so vergrößern. Eine angemessene Vermarktung von Bio-Produkten war zunächst nicht möglich. Die Verbraucher verlangten noch nicht nach ökologisch erzeugter Ware.

Als ich Anfang der achtziger Jahre Mitglied im Anbauverband Demeter wurde, ermöglichte die Umstellung weiterer Betriebe in der Umgebung den Beginn einer separaten Bio-Vermarktung. Die Nachfrage nach Bio-Produkten begann zu steigen. Jahrelang lieferte ich beispielsweise Möhren für Babynahrung an die Firma Hipp. Inzwischen bin ich Vorstand der Demeter-Arbeitsgemeinschaft.

Unsere Milchviehherde besteht aus 50 Kühen mit Nachzucht, rund 120 weiblichen Jungtieren. Mein Sohn Hermann hält 60 Merino-Fleischsschafe und meine Frau betreibt den Ammenstall. Bei der Ammenkuhhaltung saugen die Muttertiere nicht nur ihr eigenes Kalb, sondern auch noch ein weiteres bis zum Absetzen im Alter von etwa zehn Monaten. Die Tiere bleiben von der Geburt bis zur Schlachtung auf unserem Hof. Während die weiblichen Tiere als Nachzucht in die Milchviehherde integriert werden, halten wir die Bullen zur Mast; einige laufen mit der Herde mit.

Vielfältiger Betriebsorganismus

Wir betreiben einen intensiven Zwischenfruchtanbau, darunter Ackerbohnen, Erbsen, Lupinen, Wicken, Sonnenblumen und Buchweizen (zehn bis zwölf Komponenten). Zwischenfrüchte dienen als Futter- und Gründüngungspflanzen und tragen zugleich zum Boden- und Wasserschutz bei; zudem sind sie „Nektarspender“ für Bienen. Wildtiere nutzen den Bestand gerne als Futter. Dieser Anbau ist sehr aufwändig, bringt aber das Maximum an Bodenaufbau und Bodenfruchtbarkeit.

Saat- und Setzgut kaufen wir nur selten zu. Zum Großteil erfolgt der eigene Nachbau, das heißt wir setzen einen Teil unserer Ernte wieder als Saatgut ein. In einem der kleineren Familienbetriebe vermehren wir die Setzkartoffeln für die anderen Höfe unserer Familie.

Um das Bodenleben, das Wachstum und die Qualität der Pflanzen zu fördern, setzen wir biologisch-dynamische Präparate ein. Je nach Anwendungsgebiet gibt es verschiedene Gruppen von Präparaten: Feld- oder Spritzpräparate (Hornkiesel und Hornmist), Düngerzusatzpräparate (Schafgarben-, Kamillen-, Brennnessel-, Eichenrinde-, Löwenzahn- und Baldrianpräparat), Spezialpräparate wie Schachtelhalm-Kochung und die sogenannten Aschenpräparate zur Unkraut- und Schädlingsbekämpfung.

Mit einer abwechslungsreichen Fruchtfolge, die eine große Produktvielfalt unseres Betriebes ermöglicht, beugen wir dem Verunkrauten und dem vermehrten Auftreten von Krankheiten und Schädlingen vor und tragen zur Verbesserung des Bodenzustandes bei.

Kontrolliert und zertifiziert: Unsere Produkte sind garantiert "öko"

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb werden auch unsere Demeter-Höfe mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Demeter-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unsere Betriebe unter der Kontrollnummer D-BY-001-0053-A, D-BY-001-0054-A, D-BY-001-0056-A und D-BY-001-0057-A geführt werden.

Zusätzlich sind wir nach dem Qualitätssicherungsstandard GLOBALGAP (ehemals EurepGAP) zertifiziert, der insbesondere die Punkte Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitnehmerschutz berücksichtigt.

Weitere Informationen:

  • <link http://www.demeter.de/ _blank linkext "öffnet in neuem Fenster">Website des Demeter-Verbandes</link>

Engagement für den Naturschutz

Wir nutzen unsere Flächen nicht nur für die Erzeugung von Lebensmitteln. Viele unserer Felder sind von Hecken umgeben, die wir regelmäßig pflegen. Die Hecken dienen als Windschutz sowie als Bienen- und Insektenweide. Sie tragen zur Regulation des Wasserhaushaltes bei, beugen Erosion vor und bieten zahlreichen Tieren ein Rückzugsgebiet.

Unser Obst stammt teilweise von Streuobstwiesen mit hochstämmigen Gehölzen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Arten und Sorten. Streuobstwiesen gehören heute zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas. Grundsätzlich ersetzen wir gefällte Bäume stets durch neue; auf diese Weise pflanzen wir pro Jahr etwa 50 Obstbäume.

Kartoffeln und Gemüse "mit Gesicht"

Wir bauen eine Vielzahl verschiedener Gemüsearten an, darunter Spargel, Möhren, Kürbis, Zucchini, Gurken, Weiß- und Rotkohl, Sellerie, Rote Bete, Steckrüben, Schwarzer Rettich, Feldsalat und Tomaten. Wir verfügen über ein unbeheiztes Gewächshaus von 1.000 Quadratmetern. Dadurch können wir früh Feldsalat, Gurken und Tomaten liefern.

Auch Erdbeeren wachsen auf unseren Feldern. Kirschen, Zwetschgen und Pflaumen ernten wir in den umfangreichen Obstanlagen (teilweise Streuobstwiesen) rund um unsere Hofstelle. Der Anbau von Schnittblumen, die wir über einen Naturkostgroßhändler bundesweit an Bio-Läden vermarkten, ist personalintensiv und bietet nur eine geringe Gewinnspanne.

Für den Verkauf an den Lebensmitteleinzelhandel packen wir die Ware direkt auf unserem Hof ab. Obst und Gemüse liefern wir ausschließlich an die Firma tegut…; unsere Kartoffeln vermarkten wir "mit Gesicht" über den Erzeugerverbund "Remlinger Rüben".

Auf unserem Hof haben wir außerdem eine "Abfindungsbrennerei": Besitzer von Obstbäumen in der Umgebung können ihre vergorene Maische aus eigenem Obst vorbeibringen und bei uns zu brennen lassen. Wir nutzen die Brennerei nur in geringem Umfang für eigene Maische; den Alkohol liefern wir an ein pharmazeutisches Unternehmen, das diesen für die Herstellung von Bachblüten-Essenzen einsetzt.

Bio vor Ort