Betriebs-Porträt

Zenz-Hof

Betriebsleiter mit Hund vor dem Hof
Johannes Gerr hat sich mit seinem Naturland Hof in Oberbayern auf Mutterkuhhaltung spezialisiert.

Zenz-Hof
Johannes Gerr
Punding 2
83623 Dietramszell

08027 372
08027 372

Unser Hof steht im Weiler Punding inmitten von Wiesen und Weiden in der Moränenlandschaft der Voralpen. Punding gehört zur Gemeinde Dietramszell im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Die vielen Hügel rundum wurden von den Gletschern der letzten Eiszeit geformt.

Johannes Gerr hat sich mit seinem Naturland Hof auf Mutterkuhhaltung spezialisiert.

Sehen wo's herkommt

 

Im Einklang mit der Natur

Während früher Milchvieh gehalten wurde, hat mein Vater 1990 angefangen, auf Mutterkuhhaltung umzustellen. 1997 hat er mit der Milchproduktion aufgehört. Heute setze ich, Johannes Gerr, zusammen mit meiner Mutter Elisabeth die Arbeit meines Vaters Georg fort. Als Öko-Betrieb achten wir auf artgerechte Tierhaltung und umweltfreundliche Bewirtschaftung des Hofes. Mit unseren Jungrindern nehmen wir am "VonHier"-Programm der Feneberg Lebensmittel GmbH teil.

Unser Hof ist wohl mindestens 400 Jahre alt, und den Familiennamen Killer, den Mädchennamen meiner Mutter, konnte ich bis zum Jahr 1790 zurückverfolgen. Eine Besonderheit ist die zum Hof gehörende Kapelle aus der Zeit um 1700. Josef Killer hat sie erbaut zum Dank nach überstandener schwerer Krankheit. Auch unsere kleine Waldkapelle, die Wanderer zum Beten und Innehalten einlädt, hat einer unserer Vorfahren als Dank an Gott errichtet.

Schon mit Bio aufgewachsen

Bereits 1992, da war ich gerade neun Jahre alt, hat mein Vater den Betrieb auf ökologischen Landbau umgestellt. Schon damals hat er mich nicht nur am Hofleben teilhaben lassen, sondern mir auch die Bedeutung des nachhaltigen Wirtschaftens nahe gebracht. So ist seine Einstellung zum Umgang mit der Natur auf mich übergegangen.

Später, zum Beispiel während der Ausbildung, als meine Klasse einen Großbetrieb besichtigte, wurde mir immer wieder klar, dass für mich nur ökologisches Wirtschaften in Frage kommt. Mit aller Gewalt den letzten Ertrag aus Boden und Tier herauszuholen, das ist nicht mein Weg. Für mich zählt die Natürlichkeit der Tierhaltung – die dennoch höchste Fleischqualität hervorbringt.

Die landwirtschaftliche Ausbildung hatte ich aufgenommen, weil immer klar war, dass ich irgendwann den Hof übernehmen würde. Doch viel früher als erwartet, noch während der Lehrzeit, habe ich das Steuer im Betrieb übernehmen müssen, weil mein Vater 2002 plötzlich gestorben ist. Zum Glück hat die ganze Familie zusammengehalten und mir geholfen. Vor allem mein Bruder Georg sowie unsere Tante unterstützen mich und unsere Mutter. So konnte ich die Ausbildung erfolgreich abschließen und mich im Jahr 2006 zum Meister in der Landwirtschaft fortbilden.

Viel Platz für unsere Rinderherde

Wir versorgen eine Herde, die mit Mutterkühen, zwei Stieren und dem Nachwuchs zwischen 120 und 130 Tiere zählt. Im Sommer während der Weidesaison teilen wir sie in drei Gruppen auf. Den Winter verbringen sie gemeinsam im geräumigen Holzstall. Der Stall hat einen Kälberschlupf, wo die "Großen" nicht hineinkommen, und Liegeboxen, wo jede Kuh ihren bequemen Liegeplatz hat. Den angebauten Freilauf nutzen die Tiere gern, sogar bei Regen.

66 Hektar Grünfläche gehören zum Betrieb, und so können wir die Tiere rundum selbst versorgen. Den Sommer verbringen sie auf den Weiden im Freien, wo die rund 60 Mutterkühe ausreichend Gras und Kräuter finden. Für die Fütterung im Winter erzeugen wir Heu und Silage. Die Kälbchen sind immer bei der Herde und können sich ihre Ration Milch bis zum Alter von 10 Monaten jederzeit von ihren Müttern abholen.

Kontrolliert und zertifiziert: Unsere Bio-Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Naturland Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Naturland Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BY-006-40774-ABD geführt wird.

Weitere Informationen:

  • <link http://www.naturland.de/ _blank linkext "öffnet in neuem Fenster">Website des Naturland Verbandes</link>

Kurze Wege sind uns wichtig

Damit die Schlachttiere kräftig werden, kaufen wir Bio-Getreide zu und ergänzen so ihr Futter. Ihr Fleisch ist von hoher Qualität und wir nehmen mit unseren rund ein Jahr alten Jungrindern am VonHier-Programm der Firma Feneberg teil. Außerdem betreiben wir eine Direktvermarktung auf zwei Bauernmärkten. Die Tiere werden in einem hofnahen kleinen bäuerlichen Schlachtbetrieb mit EU-Zulassung geschlachtet. Das Fleisch zerlege ich selbst in meinem Zerlegeraum, und wir stellen daraus Fleisch- und Wurstspezialitäten her.

Die Märkte finden in Grünwald und Oberhaching statt, wo ich gemeinsam mit meiner Mutter jeden Freitag und Samstag verkaufe. Diese Art der Selbstvermarktung fördert der Bauernmarktverein Landkreis München e.V., dem wir uns 1997 angeschlossen haben: Rund 35 Landwirte denken wie wir, betreiben gemeinsames Marketing und verkaufen direkt an die Kunden.

Wir tragen dazu bei, den Markt wieder zum Kommunikationstreffpunkt am Ort zu machen. Außerdem können unsere Kunden – wie auch beim VonHier-Programm – leicht nachvollziehen, woher ihr Fleisch stammt und wie frisch es ist. Lange Transportwege gibt es bei uns nicht.

Bauernhof mit vielen Gesichtern

Zum Hof gehören auch 60 Hektar Wald, deren Pflege und Bewirtschaftung ebenfalls einen großen Teil meines Arbeitstages ausmachen. Wir verkaufen das Holz als Bau- und Brennholz. Wir selber nutzen es zum Bauen und Heizen. Unsere Stückheizung versorgt das ganze Haus mit Wärme.

Um den Artenreichtum auf unserem Anwesen weiter zu fördern, pflegen wir viele Hecken. Eine davon ist 400 Meter lang, und wir nehmen mit ihr an einem landwirtschaftlichen Förderprogramm teil. Als weiteres Biotop haben wir einen Teich angelegt. Außerdem betreuen wir 2,5 Hektar Streuwiese, die wir nur einmal im Jahr mähen, damit viele Pflanzen und Tiere dort ungestört leben können.

Ganz ins Bild eines traditionellen Bauernhofes passt der Obstgarten, den schon mein Großvater angelegt hat, doch auch unser Hund, die Katzen und hin und wieder ein paar Hausschweine vervollständigen die Szenerie.

Einen nicht ganz so traditionellen Anblick bietet die Fotovoltaikanlage, mit der wir Strom zum Einspeisen in das öffentliche Netz erzeugen.

Feines Rindfleisch für "VonHier" und unsere Direktvermarktung

Wir betreiben ökologische Mutterkuhhaltung im Rahmen des VonHier-Programms der Feneberg Lebensmittel GmbH. Das Unternehmen aus Kempten im Allgäu kauft unsere Jungrinder und vermarktet ihr Fleisch in den Feneberg-Filialen unter der regionalen Bio-Marke VonHier.

Zweimal pro Woche verkaufen meine Mutter und ich auf den Bauernmärkten Fleisch und Wurst von Rind, Schwein und Kalb. Elisabeths Fleisch-Pflanzerl werden auf der Internetseite des Bauernmarktvereins Landkreis München e.V. als Berühmtheit gelobt! Aber auch unsere Rindfleischsülze ist eine besondere Spezialität. Außerdem bieten Bio-Hundemenüs an.

Am Freitag stehen wir von 13 Uhr bis 18 Uhr in Oberhaching auf dem Kirchplatz, jeden Samstag von 8.30 bis 12.30 Uhr in Grünwald in der Leerbichlallee.

Bauernmärkte

  • Oberhaching auf dem Kirchplatz: jeden Freitag von 13.00 bis 18.00 Uhr
  • Grünwald, Leerbichlallee: jeden Samstag von 8.30 bis 12.30 Uhr

Bio vor Ort