Betriebs-Porträt

Demeter-Hof Bentele

Betriebsleiter mit Kindern in Apfelplantage
Martin Bentele baut in der Bodenseeregion Bio-Äpfel "mit Gesicht" an.

Demeter-Hof Bentele
Martin Bentele
Hopfensteige 45
88069 Tettnang

07542 6262
07542 952551

Sehen wo's herkommt

Einmal in Apfelblüten schwelgen

Wovon viele nur träumen, das ist jedes Jahr von April bis Mai sein Arbeitsort: ein Meer aus zartrosa Blüten. Martin Bentele baut in Tettnang nicht weit vom Bodensee Äpfel in zehn verschiedenen Sorten an, von Pinova über Elstar zu Topaz, Jonagold und Boskoop. Gut 15.000 Bäume drängen sich auf fünf Hektar Fläche an langen Spalieren dicht aneinander und wenn sie blühen, dann vom Kopf bis zu den Füßen, besser gesagt: von den fast drei Meter hohen Wipfeln bis hinab zu den ersten Verzweigungen, die vom gedrungenen Stamm abgehen.

Der Obstbauer muss in dieser Zeit vor allem darauf achten, dass sich die Blüten kräftig entfalten und nicht von Schädlingen ausgebremst oder gar zerstört werden. Als ökologisch arbeitender Obstbauer verwendet er keine chemisch-synthetischen Pflanzenbehandlungs- und Düngemittel. Dafür aber sind viel Aufmerksamkeit und Sorge nötig. Natürlich auch viel Handarbeit, zum Beispiel beim Ausdünnen der Blüten, denn hier gilt: Weniger ist mehr. Zu viele Blüten würden dem Baum die Kraft rauben, was sich natürlich auf die Ernte niederschlägt und im schlimmsten Fall sogar auf die Blütenzahl im Folgejahr.

Die Schönheiten wollen umsorgt sein

Wenn die Blütezeit vorbei ist, geht alles sehr schnell und binnen weniger Wochen protzen die Bäume mit knackig schweren Früchten. Über die ganze Zeit muss Obstbauer Bentele die Pflanzen und den Boden, der sie nährt, immer wieder pflegen: Obstschnitt, Früchte ausdünnen, Schädlinge bekämpfen. Mitunter greift auch er zur Spritze: Bei Pilzbefall setzt der Experte Schachtelhalmtee mit Zucker ein, bei Schorf und Mehltau geringe Mengen Schwefel gemischt mit Tonmineralien, und gegen Blattläuse hilft vorbeugend ein Sud aus Brennnesseln versetzt mit Steinmehl.

Überhaupt ist das Vorbeugen im Öko-Landbau sehr wichtig, denn gesunde Pflanzen wehren einen Befall mit Krankheiten oder Schädlingen leichter ab. So gilt es im Frühjahr die Bäume zu schneiden, Ende März folgt der Pflanzenschutz und über das ganze Jahr hinweg bearbeiten Martin und seine Helfer den Boden: Untergrund lockern, Beikräuter reduzieren, Dünger und Kompost ins Erdreich einbringen. Da Äpfel eine Dauerkultur sind, würden sie ohne weitere Nährstoffzufuhr den Boden auslaugen. Ihre immer gleichen Reihen bricht der Landwirt durch Hecken auf. Rund 500 Meter sind sie lang: ein bunt durchwachsenes Areal, das vielen Nützlingen, Insekten, Vögeln und anderen Tieren eine Heimat bietet.

Und keinen Monat Pause

Trotz der vielen Arbeit würde Martin Bentele nie etwas anderes als Öko-Landbau betreiben: "Ich will die Umwelt schützen!" 1988 stellte er mit seinen Eltern den Hof um und zwei Jahre später übernahm er als frisch gebackener Gärtner mit nur 18 Jahren das Steuer. Damals gab es noch keine staatliche Beratung für den ökologischen Obstbau, doch das konnte den jungen Enthusiasten nicht abhalten. "Ich habe mich viel informiert, bei Kollegen und in Fachpublikationen." Dabei entdeckte er noch etwas, das ihn an Bio begeistert: die Vermarktungsstrukturen. Der Kontakt zum Kunden und kurze Wege sind ihm wichtig.

Nur in einem setzt er auf "lang": Bei allen Arbeiten über Kopfhöhe steigt Martin Bentele auf Stelzen. Die Gestelle aus Aluminium schnallt er sich an die Waden und manövriert damit sicher und behände zwischen den Baumzeilen. Wenn im Herbst die Ernte vorbei ist, setzen die Arbeiten rund um Lagerung und Vermarktung ein. Dann vergehen die Tage mit Obst Sortieren, Verpacken und hin und wieder sogar selbst Ausliefern. Daneben nutzt der Apfelbauer die Zeit, um alte Bäume durch neue zu ersetzen, die sie schützenden Hagelnetze zu warten und den einen oder anderen Tropfen in seiner Hof-Destillerie selbst zu brennen.

Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Demeter-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Demeter-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer DE-BW-022-5979-AD geführt wird.

Weitere Informationen:

  • <link http://www.demeter.de/ _blank linkext "öffnet in neuem Fenster">Website des Demeter-Verbandes</link>

Wer im "Glashaus" sitzt, darf feiern

Ansonsten werkelt der Landwirt viel am und im Haus. Nicht nur hat er den Großteil seiner Möbel selbst gefertigt, auch die Außenverschalung hat er gebaut: ein Vollwärmeschutz, gedämmt mit Holzspänen und Lehm. Wenige Meter die Straße hinunter steht ein großer Bau komplett aus Glas, auch daran hat der Hausherr mitgeschaffen: "ein weiterer Betriebszweig". Hier im "Glashaus", wie Martin diesen Ort getauft hat, gibt es Platz für Feiern, Tagungen und Seminare, außerdem birgt das Gebäude den Hofladen. So wie diese werden alle Anlagen am Hof mit Öko-Strom betrieben.

Wenn der Apfelbauer Freizeit hat, verbringt er sie am liebsten mit seiner Familie. Einige Stunden zwackt Martin auch für ein Ehrenamt ab, denn er engagiert sich als Ortschaftsrat von Tannau, einem Ortsteil von Tettnang. Die Aufgaben sind denen eines Stadtrates ähnlich: Entscheidungen fällen, Baugenehmigungen abwägen, die Interessen des Ortes gegenüber der Stadt vertreten.

Hofladen

Öffnungszeiten

  • Dienstag von 9.00 bis 11.30 Uhr und 15.00 bis 18.00 Uhr
  • Samstag von 9.00 bis 13.00 Uhr

Sortiment

Äpfel und Apfelsaft aus eigener Erzeugung bzw. Herstellung 

Veranstaltungsraum "Das Glashaus"

  • für Feiern, Seminare und Workshops
  • mit Gastronomie-Küche, Außenbereich und Spielplatz
  • barrierefrei

Weitere Informationen

Website "Das Glashaus"

Bio vor Ort