Betriebs-Porträt

Bio-Obsthof Blank

Betriebsleiter und Sohn vor Erntewagen mit Team
Heinrich Blank und sein Sohn Peter bauen zusammen mit den Mitarbeitern vom Bio-Obsthof Blank verschiedene Apfelsorten "mit Gesicht" an.

Naturland Hof Blank
Heinrich Blank
Fildenmoos 6/1
88214 Ravensburg

0751 62978
0751 67973

bio-obsthof-blank(at)t-online.de
www.oeko-obst-blank.de

Sehen wo's herkommt

Erst vom Obst, dann von Bio überzeugt

Unser Hof liegt idyllisch, zu drei Viertel von Wald umgeben, am östlichen Rand des Schussentales. Während die südlichen Gebiete dieser sanften, grünen Landschaft – also die Gegend Richtung Bodensee – stark für den Anbau von Obst und Hopfen genutzt werden, liegen wir im Osten am Rande dieser Obstanbauregion. Wir profitieren aber noch vom milden Seeklima.

Unser Hof war lange ein Gemischtbetrieb, auf dem meine Eltern über Jahrzehnte Milchkühe hielten und Obst und Hopfen kultivierten. Als ich, Heinrich Blank, 1981 gemeinsam mit meiner Frau Elisabeth ihre Nachfolge antrat, änderte sich zunächst nicht viel daran. Bis 1988: Da gab ich die Kuhhaltung auf und wir begannen, uns im Obstbau zu spezialisieren. Wir beschäftigten uns intensiv mit dem integrierten Obstanbau: Es ging speziell darum, Nützlinge und Schädlinge zu erkennen und mit Schadschwellen zu arbeiten; das heißt, Insektizidspritzungen nicht mehr nach Kalender durchzuführen. Vielmehr gilt es, durch eigenes Ermessen zu entscheiden, wann eine Spritzung notwendig ist. Außerdem hatte ein befreundeter Meisterkollege schon zehn Jahre vor uns auf den ökologischen Obstbau umgestellt, was auch in uns die Neugier weckte.

So entschieden wir uns 1993 für den Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft für naturnahen Obst-, Gemüse- und Feldfruchtbau (Anog), die später im Naturland Verband aufging. Seither arbeiten wir nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. Von damals sechseinhalb Hektar Obstbau ist unser Betrieb auf 23,5 Hektar angewachsen, wo wir Topaz, Jonagold, Elstar, Idared und andere Apfelsorten kultivieren.

Meine Eltern haben diese Entscheidungen voll und ganz mitgetragen und begeistern sich noch heute für die Äpfel. Sogar unsere Kinder konnten wir mit dieser Leidenschaft anstecken: Peter arbeitet als Betriebsleiter mit und Christine hilft uns im Marketing, eine Unterstützung, die wir inzwischen dringend brauchen, denn mit der Nachfrage nach Bio-Obst ist auch unser Betrieb gewachsen.

Ein Blick auf unser Obstbaujahr

Wir haben im Jahr 2010 eine neue Sortierhalle und 2008 zusätzliche Lagerräume gebaut, um mit der steigenden Nachfrage Schritt halten zu können. Zwei fest angestellte Mitarbeiter und mehrere Saisonkräfte unterstützen uns.

Zu tun gibt es immer etwas. Schon im Winter und Frühjahr fallen die ersten Baumschnitte an, während die Vermarktung der Äpfel vom Vorjahr oft auf Hochtouren läuft. Im März oder April bepflanzen wir alljährlich ein bis zwei Hektar mit neuen Obstbäumen und gleichzeitig heißt es, Gerüste aufstellen, Hagelschutznetze spannen und den Boden um die Stämme herum pflegen.

Zur Blütezeit kommt ein Imker und verteilt rund 25 Bienenvölker zwischen den Baumreihen, damit die Bestäubung sichergestellt ist. Dann, wenn das erste Grün treibt, behandeln wir anfällige Sorten mit einem Pflanzenschutzmittel gegen Schorf, was wir bis im Herbst fortführen müssen. Im Öko-Landbau verwenden wir allerdings nur sehr geringe Mengen dieser Mittel, und zwar solche, die auch in der Natur vorkommen, wie Kupfer oder Schwefel. Wir nutzen sie gezielt und nur nach Bedarf, ohne dass dadurch Mensch, Pflanze oder Umwelt belastet werden.

Bei der Ausdünnung der Blüten und jungen Früchte setzen wir komplett auf Kopf- und Handarbeit: Je nach Alter und Größe der Bäume belassen wir nur rund 100 bis 140 Äpfel am Baum.

Bevor im September und Oktober die Ernte läuft, steht ein weiterer Baumschnitt an, mit dem wir dafür sorgen, dass die Früchte genügend Licht bekommen. Für all diese Arbeiten – ob am Boden oder in der Höhe – nutzen wir moderne Maschinen, die sich sensorgesteuert durch die Baumreihen tasten und den Boden bearbeiten oder uns das freie Arbeiten auf drei Meter Höhe ermöglichen.

Unsere Bio-Äpfel: geprüft, kontrolliert und zertifiziert

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Naturland Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Naturland Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer DE-BW-037-7104-AD geführt wird.

Weitere Informationen:

Website des Naturland Verbandes

Über allem lacht die Sonne

Auch in den Lagerhallen hat moderne Technik Einzug gehalten: Dort liegt der Sauerstoffgehalt der Luft bei 0,9 bis 1,2 Prozent, einem Minimum, damit die Äpfel sozusagen in einen Tiefschlaf fallen und lange ihre Qualität halten. Schließlich reicht die Verkaufsaison oft bis in den Juni des Folgejahres.

Die zum Kühlen nötige Energie beziehen wir aus dem Stromnetz, die anfallende Abwärme allerdings nutzen wir zum Heizen des Sortierraumes und unseres Wohnhauses. Es ist als Niedrigenergiehaus gebaut und wird fast ausschließlich mit alternativen Energien versorgt: Die Heizung läuft mit Pellets und über eine Solaranlage, in Küche und Wohnzimmer sorgt ein Kachelofen für Wärme. Mit einer Fotovoltaikanlage auf den Wirtschaftsgebäuden erzeugen wir Strom, der ins öffentliche Netz geht. All das sind Gründe, weshalb wir uns für die Sonne in unserem Logo entschieden haben. Übrigens wachsen auch überall bei uns Sonnenblumen: Sie säumen die Plantagen und durchziehen die Blühstreifen, die wir alljährlich für Insekten aussäen.

Natürlich sind wir auch für Regentage gewappnet: In einer 20.000 Liter fassenden Zisterne sammeln wir das Wasser und können es so für die Bewässerung von Obst und Garten nutzen. Zu unserem weiteren Engagement in Sachen Umweltschutz zählt die Pflege einer Feuchtwiese. Dieser sehr artenreiche Lebensraum darf nur einmal im Jahr gemäht werden, um Flora und Fauna nicht zu gefährden.

Steckenpferd mit Apfelstiel

Unsere Liebe zum Apfel hört auch in der Freizeit nicht auf. Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Sorten, die weniger behandelt werden müssen. Dazu halten wir europaweit die Augen offen nach Bäumen, die resistent sind gegen Schorf, Mehltau oder Feuerbrand.

Vorerst hat sich der Topaz als unser Favorit erwiesen und so wurden aus anfangs 1.000 Bäumchen inzwischen 12 Hektar. Das geschah nicht nur, weil der kleine Rote so pflegeleicht ist, sondern auch, weil die Kunden ihn mögen. Für uns als Erzeuger ist es oft nicht einfach, das richtige Gespür zu entwickeln und aus 100 geeigneten Sorten die herauszufinden, die dann auch gut ankommt. Oft fahren wir bis nach Holland und in die Schweiz, um zu verschiedenen Zeitpunkten diverse Pflanzungen und Obst zu begutachten. Auch bei uns am Hof haben wir immer ein paar Testpflanzungen am Laufen.

Immer den Blick auf die Zukunft des ökologischen Obstanbaus gerichtet, engagiere ich mich als Vorstandsmitglied im Förderverein Ökologischer Obstbau, als wichtiger Akteur in der überbetrieblichen Vermarktung und als Mitglied im Europäischen Bio-Obstforum, zu dessen Mitbegründern ich zähle. Außerdem sind wir Mitglied in der Ökobo, der Erzeugergemeinschaft Ökologisches Bodenseeobst.

Bio-Äpfel "mit Gesicht" – Sortenvielfalt für jeden Geschmack

Auf unserem Bio-Obsthof bauen wir Äpfel verschiedener Sorten nach ökologischen Richtlinien an, darunter Topaz, Jonagold, Elstar, Boskoop, Gloster und Idared.

Einen großen Teil der Früchte vermarkten wir über die Feneberg Lebensmittel GmbH. Das Unternehmen aus Kempten im Allgäu bietet unsere Bio-Äpfel und daraus hergestellte Produkte "mit Gesicht" in den Feneberg-Filialen unter der regionalen Bio-Marke VonHier an.

Weitere Abnehmer sind der Naturkostgroß- und -einzelhandel in Baden-Württemberg und deutschlandweit.

Bio vor Ort