Betriebs-Porträt

Bio-Obsthof Schütterle

Georg Schütterle baut in der Bodenseeregion Bio-Äpfel "mit Gesicht" an.

Bio-Obsthof Schütterle
Georg Schütterle
Friedrichshafener Straße 99/1
88214 Ravensburg

0751 61829

Sehen wo's herkommt

Langer Weg und lange Suche

Die Geschichte von Familie Schütterle in Untereschach, südlich von Ravensburg, lässt sich über mindestens neun Generationen bis ins Jahr 1684 verfolgen. Da erscheint der Schritt zum Öko-Landbau als nur einer von sehr vielen, die das Bild des heutigen Betriebes geformt haben.

Als Georg Schütterle Ende der 1960er-Jahre seine Ausbildung zum Landwirt absolviert hatte und in den 70ern den elterlichen Bauernhof übernahm, kümmerte er sich zunächst um die Obstwiesen, die Kartoffeläcker und das Milchvieh. Doch er suchte nach einer neuen Bewirtschaftungsform für seinen Hof.

Schütterle, der mit der alten, extensiven und naturnahen Landwirtschaft aufgewachsen war, zugleich aber auch die Ansätze und Möglichkeiten der neuen, auf Intensivierung gerichteten Landwirtschaft kannte, fand zunächst keine Lösung. "Ich habe mir viele Gedanken gemacht und schließlich entschieden, dass ich auf jeden Fall naturnah arbeiten will."

Mit Öko-Landbau zum Erfolg

Der Landwirt entschloss sich, den Hof neu auszurichten und zum Öko-Landbau zu wechseln. Er gab die Kühe ab, legte Obstplantagen an und verstärkte den Anbau von Kartoffeln und Getreide. Die gesamte Arbeit bewältigt Schütterle ohne den Einsatz von chemisch-synthetischen Spritz- und Düngemitteln – als Bioland-Mitglied ist das für ihn selbstverständlich.

Der Öko-Bauer setzt auf Vielfalt und die Arbeit mit Fruchtfolgen: Indem er zum Beispiel die Kulturen auf den Äckern abwechselt und in ihrer Reihenfolge aufeinander abstimmt, wird der Boden nicht ausgelaugt und erhält auf natürliche Weise Nährstoffe. Blühstreifen und Feldgehölze an den Ackerrändern bieten zudem vielen Tieren ein Zuhause, die zugleich Fressfeind so mancher Schädlinge sind.

Beim Obst ist oft Handarbeit gefragt. Zum Beispiel beim Auszählen der Schädlinge, die die Plantagen bedrohen könnten. Dann muss Schütterle mit wachen Augen durch die Baumreihen gehen, Blüten pflücken und aufschneiden oder spezielle Fallen aufstellen, um sich ein Bild der Lage zu machen. Nisten sich zu viele Schädlinge ein, gilt es schnell zu reagieren, noch bevor die Pflanzen oder Früchte Schaden nehmen.

Es geht um Vielfalt

Um sich über die Wege und Möglichkeiten der sanften Landwirtschaft auszutauschen, trat Schütterle der Föko, der Fördergemeinschaft ökologischer Obstbau, bei. Er weiß: "Es ist wichtig, Altes zu bewahren und die Biodiversität zu fördern." Dazu gehören auch das Anbringen von Nistkästen, der Erhalt von Bäumen und Hecken sowie die Pflege der Uferstreifen an Gewässern. Hier leben viele Nützlinge wie Vögel und Insekten, die so manchen Schädling auf ihrer täglichen Speisekarte haben und damit dem Landwirt wiederum Arbeit abnehmen.

Schütterles Engagement für die Umwelt geht soweit, dass er sein Wissen auch ehrenamtlich als Mitglied im Beratungsdienst ökologischer Obstbau weitergibt.

Ein saftiges Stück Arbeit

Die Aufgaben in den Plantagen bewältigt der Landwirt gemeinsam mit seiner Frau Mechthilde und bei Bedarf mit einigen Helfern. Im Winter und im Frühjahr stehen vor allem der Baumschnitt an, aber auch die Obstlagerung und alles, was zum Vertrieb der Äpfel gehört. Wenn später im Jahr die Blüten kommen, besteht die Arbeit vor allem im Ausdünnen der Äpfel und Regulieren der Triebe.

Denn falls die Bäume unkontrolliert wachsen oder zu viele Früchte entwickeln, schadet das der Obstqualität und mitunter dem Baum, zum Beispiel durch Astbruch. "Da steht viel Arbeit an", erzählt der Landwirt und verweist auch auf die Pflege des Baumstreifens. Alles, was dort wächst, bedeutet Konkurrenz zum Apfel, deshalb dürfen hier weder Gras noch Beikräuter wachsen.

"Die würden auch Mäusen ein ideales Zuhause bieten." Doch weil die Nager den Bäumen schaden, hacken Schütterles das ungewünschte Grün weg. "Dabei arbeiten wir nur maschinell, mechanisch und von Hand." Nicht zuletzt nutzen Schütterles auch hier die Kraft der Natur: Sie bauen robuste und schorfresistente Sorten an wie Braeburn, Topaz, Collina und Santana, die von sich aus weniger anfällig sind.

Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer DE-BW-006-13644-ABD geführt wird.

Weitere Informationen:

  • <link http://www.bioland.de/ _blank linkext "öffnet in neuem Fenster">Website des Bioland-Verbandes</link>

Bio-Äpfel "mit Gesicht" für das VonHier-Sortiment

Einen großen Teil der Früchte vermarkten wir über die Feneberg Lebensmittel GmbH. Das Unternehmen aus Kempten im Allgäu bietet unsere Bio-Äpfel "mit Gesicht" in den Feneberg-Filialen unter der regionalen Bio-Marke VonHier an.

Probieren lohnt sich: Wir haben für jeden Geschmack die passende Apfelsorte.

Ab Hof Verkauf

Es gibt keine festen Öffnungszeiten: Die Waren liegen verpackt zur Abholung bereit und wer etwas mitnimmt, kann den Betrag dafür einfach einwerfen.

Bio vor Ort