Betriebs-Porträt

Naturland Hof Münst

Naturland Hof Münst
Stefan Münst
Lindenbühlstraße 15
88213 Ravensburg Unterwaldhausen

07504 7258
07504 915238

info(at)naturlandhof-muenst.de

Sehen wo's herkommt

 
 

Viel Auslauf, Freigang und eine Fußbodenheizung für die Kleinsten

„Ich könnte stundenlang hier stehen und zuschauen“, sagt Stefan Münst und lacht. „Denn hier ist immer was los.“ Der Landwirt aus Ravensburg befindet sich im Vormaststall seines Geflügelhofes und blickt auf tausend kleine Küken, die munter umherflitzen. Es herrscht ein emsiges Treiben und lautes Gezwitscher, wie kleine gelbe Flauschbälle sausen die jungen Hühnchen über den warmen Stallboden. Wenn eines etwas Besonderes entdeckt – zum Beispiel ein ungewöhnlich großes Stück von der Einstreu – scharen sich sofort die anderen um den glücklichen Finder.

Hier einfach zu stehen und zuzuschauen ist bei aller Freude für Stefan Münst natürlich ein eher seltenes Ereignis, dafür hat er zu viel zu tun. Allerdings sehen er und seine Frau Dagmar drei Mal am Tag nach dem Rechten. Im Vormaststall, wo sich die ganz kleinen Küken befinden, sei das auch nötig, erklärt Münst, denn in den ersten Lebenswochen sind die Hühnchen sehr empfindlich und brauchen optimale Bedingungen. Rangniedere Tiere, die von den anderen gepickt werden, müssen aussortiert und separat untergebracht werden.

Nach schwerer Zeit ging es aufwärts

Stefan Münst war 32 Jahre alt, als er den elterlichen Hof in Unterwaldhausen bei Ravensburg übernahm. Obwohl er eine landwirtschaftliche Lehre absolviert hatte und es geplant war, dass er einmal in die Fußstapfen seiner Eltern treten würde, kam die Hofübergabe sehr überraschend. „Meine Eltern sind beide innerhalb kurzer Zeit verstorben“, erzählt Stefan Münst. Es folgte eine schwierige Zeit für ihn und seine Frau. Damals gab es auf dem Betrieb Milchvieh und Geflügel, die Familie lebte von der Direktvermarktung. Nachdem die Anbindehaltung für Kühe in der Bio-Landwirtschaft verboten worden war, investierte das Ehepaar, das drei kleine Kinder hat, in einen neuen Stall samt Melkroboter. Doch es lief einfach nicht rund: „Das war die falsche Entscheidung, denn danach ging es bergab“, erinnert sich Stefan Münst. Krankheiten und Salmonellen machten seinen Kälbern zu schaffen, irgendwann war der Bestand auf nur 40 Stück Vieh dezimiert. Davon konnte die Familie nicht leben. Doch Stefan und Dagmar Münst gaben nicht auf, sondern beschlossen, etwas Neues zu wagen. Die Milchviehhaltung wurde komplett abgeschafft und der Betrieb auf die Mast von Bio-Hähnchen umgestellt. Jetzt ging es aufwärts. Die Familie fand mit Feneberg einen Vertragspartner und baute außerdem aus dem ehemaligen Kuhstall Ferienwohnungen. Nebenher arbeitet Stefan Münst in Teilzeit im Rettungsdienst und sorgt so für ein weiteres finanzielles Standbein.

Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Naturland Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Naturland Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer DE-BW-005-02736-AD geführt wird.

Weitere Informationen:

  • <link http://www.naturland.de/ _blank linkext "öffnet in neuem Fenster">Website des Naturland Verbandes</link>

Den Bio-Gedanken von den Eltern übernommen

Dem sympathischen Landwirt ist es wichtig, dass es seinen Tieren gut geht und er ökologisch nachhaltig wirtschaften kann. Das hat er schon von seinen Eltern so gelernt. „Sie haben den Hof bereits vor 15 Jahren auf Bio umgestellt“, erzählt der Familienvater. „Die enorme Umweltverschmutzung hat ihnen Sorgen gemacht und sie wollten die Zukunft ihrer Kinder nicht kaputt machen.“ Damit seine Tiere sich wohlfühlen, ist er permanent damit beschäftigt, Dinge zu verbessern. „Gestern habe ich die Fenster im Vormaststall mit dunkler Folie abgeklebt“, erzählt er. „Denn direkten Lichteinfall mögen die Küken nicht. Sie fangen dann eher damit an, sich gegenseitig zu picken.“ Wenn die Tiere drei Wochen alt sind, werden sie in zwei Gruppen aufgeteilt und kommen in den Endmaststall. Hier haben sie auch die Möglichkeit, nach Belieben ins Freie zu gehen. Davor sind sie dafür noch zu empfindlich – die ganz Kleinen brauchen es kuschlig warm und genießen sogar den Luxus einer Fußbodenheizung. Ein Klimacomputer sorgt für die ideale Temperatur. Die Hähnchen – es handelt sich bei der Mast übrigens um weibliche und männliche Tiere – werden mit sechs bis acht Wochen geschlachtet.

Erfahrung mit Geflügel hat Stefan Münst bereits in jungen Jahren auf dem elterlichen Hof gesammelt, allerdings war die Situation damals eine andere. „Neu für mich waren die großen Mengen“, sagt der Bio-Bauer. „Früher hatten wir maximal 500 Puten oder Gänse, nie eine so große Gruppe.“ Er ist zufrieden, wie sich der Betrieb in den letzten Jahren entwickelt hat und hat die Entscheidung, komplett auf Hühnchen-Mast umzusteigen, nicht bereut. Auch dass die Direktvermarktung weggefallen ist, stellt eine Erleichterung dar, über die sich auch Dagmar Münst freut: „Früher waren wir am Wochenende auch noch auf den Märkten unterwegs – für das Familienleben blieb da keine Zeit.“ Genug zu tun hat Familie Münst auch heute noch – aber zwischendurch kann das Ehepaar sogar mal im Stall stehen, flauschig-gelbe Küken beobachten und das Erreichte genießen.

Bestes Bio-Hähnchenfleisch

Wir betreiben ökologische Hähnchenmast im Rahmen des VonHier-Programms der Feneberg Lebensmittel GmbH. Das Unternehmen aus Kempten im Allgäu kauft unsere Hähnchen und bietet ihr Fleisch in den Feneberg-Filialen unter der regionalen Bio-Marke VonHier an.

Bio vor Ort