Lust auf’s Öko-Ei

Rund ums Ei

Lust auf’s Öko-Ei

Eier sind sprichwörtlich in aller Munde. Es gibt unzählige Gerichte, in denen Eier verwendet werden und oft sogar die Hauptrolle spielen. Im Jahr 2004 hat jeder Deutsche im Durchschnitt 210 Eier gegessen, davon waren drei Prozent Öko-Eier und 54 Prozent Eier aus Käfighaltung.

Aufschwung für Öko-Eier

Eier aus ökologischem Landbau gewinnen als Kaufkriterium an Bedeutung – das hat eine repräsentative Umfrage ergeben, die das Emnid-Institut im Februar 2004 im Auftrag des damaligen Bundesverbraucherministeriums durchgeführt hatte. Aktuell ermittelte Zahlen der ZMP (Zentrale Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft GmbH) liefern dafür nun den Beweis: Öko-Eier haben im ersten Halbjahr 2005 einen leichten Anstieg (4%) erlebt, während Käfighaltungseier einen Rückgang (45 %) einstecken mussten.

Öko-Eier können Sie mit gutem Gewissen genießen, denn diese Eier stammen aus artgerechter Tierhaltung. Massentierhaltung ist auf Öko-Betrieben ebenso verboten wie die Käfighaltung von Geflügel. Stattdessen haben die Tiere ausreichend Platz und Bewegungsfreiheit. Die Hühner können ihren arteigenen Verhaltensweisen nachgehen und erleben durch das Tageslicht den natürlichen Wechsel der Tageszeiten. Für die Legehennen muss der Öko-Landwirt z.B. Gelegenheit zum Picken, Scharren und Sandbaden schaffen, ihnen Auslauf ins Freie ermöglichen und dafür sorgen, dass die Hühner auf erhöhten Sitzstangen schlafen können. Die Hennen können ihre Eier in Ruhe entweder in Einzelnester oder – wie Hühner in der freien Natur sie anlegen - in Gruppennester ablegen.

Hennen im Grünauslauf

Hennen im Grünauslauf

„Lohmann braun“, „Lohmann weiß“ und „Hy-line“ sind einige Hühnerrassen, die auf ökologisch geführten Legehennenbetrieben gehalten werden. Hier kommt es nicht auf hohe Legeleistungen an, denn Öko- Hennen legen etwa ein Viertel weniger Eier als Hühner aus Intensivhaltung. Tiere dieser Rassen eignen sich besonders gut für eine Freilandhaltung, sie sind robust und weniger krankheitsanfällig. Das Verfüttern von tierischem Fetten und Leistungsförderern sowie von gentechnisch verändertem Mais oder Soja ist verboten. Stattdessen werden die Tiere ihrem Bedarf und Entwicklungsstand entsprechend artgerecht gefüttert. Dass der Dotter von Öko-Eiern manchmal etwas blasser ist, liegt daran, dass das Futter für die Legehennen keine Farbstoffe enthält; an Qualität und Geschmack ändert dies jedoch nichts.

Weißes oder braunes Ei?

Ob ein Huhn weiße oder braune Eier legt, hängt ausschließlich mit der Hühnerrasse zusammen. Entscheidend ist die Farbe der "Ohrscheiben" („Ohrläppchen) - das sind die Hautlappen unter dem Ohr des Huhns. Sind die rot, legt das Huhn braune Eier, sind sie weiß, sind auch die Eier weiß. Bei manchen Hühnern sind die Ohrscheiben sogar leicht grünlich gefärbt - entsprechend sehen auch deren Eier aus. Der Hautlappen des Huhns auf der Abbildung, der direkt unter dem Kinn (hinter dem Schnabel) des Huhns hängt, ist der Kehllappen. Der kleinere Hautlappen weiter hinten ist der Ohrlappen - bei diesem Huhn rot, also legt es braune Eier.