Betriebs-Porträt

Naturland Hof Brede

Juniorchef mit Eltern vor Wohnhaus
Aus dem hessischen Fronhausen kommt Getreide "mit Gesicht" der Familie Brede.

Naturland Hof Brede
Walter Brede
Hauptstraße 41
35112 Fronhausen

06426 921967

Sehen wo's herkommt

Mit Öko-Landbau auf dem richtigen Weg

Die Gemeinde Fronhausen im Mittleren Lahntal gehört zum Landkreis Marburg-Biedenkopf. Unser landwirtschaftlicher Betrieb liegt in einem kleinen Dorf mit rund 450 Einwohnern. Hier lebe ich, Sandra Brede, zusammen mit meinen Eltern Walter und Gudrun und meinem Bruder Oliver. Auf den sanften Hügeln entlang der sich gemächlich krümmenden Lahn baut meine Familie Getreide, Hülsenfrüchte und Kartoffeln an.

Seit 1992 wird der Hof ökologisch bewirtschaftet. Zuvor hatten wir an dem Extensivierungsprogramm der "Hessenhöfe" teilgenommen. Damals kristallisierte sich heraus, dass es für uns zur Umstellung des Hofes auf ökologischen Landbau keine Alternative gab, so sehr hatten mein Vater und mein Bruder den alltäglichen Umgang mit Chemikalien satt. Die ökologische Bewirtschaftung bot ihnen eine sinnvolle Perspektive. Gemeinsam entschieden wir in der Familie, dem Naturland Verband beizutreten.

Sympathie für "kleine Helfer" aus der Natur

Auf klein strukturierten Flächen haben wir es in dieser Region größtenteils mit flachgründigem verwitterten Buntsandstein zu tun. Auch einige Auenböden sind darunter. Sie sind entstanden aus Ablagerungen von Fluss- und Bachläufen und zumeist besonders fruchtbar.

Zum Betrieb gehören 280 Hektar Fläche, wovon rund 75 Hektar ackerbaulich genutzt werden. Mein Bruder Oliver bewirtschaftet den Hof zusammen mit unseren Eltern.

Je nach Standort bauen sie Weizen, Roggen oder Triticale an - je nach Marktlage auch Dinkel, Hafer oder Raps. Wie auf den meisten ökologisch geführten Höfen spielt der Anbau von Leguminosen eine besondere Rolle. Bei uns sind dies Bohnen, Erbsen sowie Kleegras. Denn mit Leguminosen in Symbiose lebende Bakterien binden Stickstoff - den Hauptnährstoff für das Wachstum von Pflanzen - aus der Luft. Bei einem wechselweisen Anbau von Leguminosen und beispielsweise Getreide als Hauptfrucht benötigt der Boden keinen zusätzlichen Stickstoffdünger.

Der Anbau unterschiedlicher Pflanzen führt zu einem differenzierten Auf- und Abbau der im Boden enthaltenen Nähr- und Mineralstoffe, wodurch diese langfristig erhalten bleiben.

Geschlossene Betriebskreisläufe sind uns wichtig

Sogenannte Untersaaten - die Einsaat von Leguminosen zwischen die Reihen der Kulturpflanze - wirken ebenso wie eine Gründüngung (Einarbeiten von grünen Pflanzen oder angewelktem Pflanzenmaterial in den Boden) einer Auswaschung von Pflanzennährstoffen entgegen. Sie sorgen zudem für die Bildung von Humus und erhöhen die Fruchtbarkeit des Bodens.

Neben dem Ackerbau ist die Mutterkuhhaltung ein weiterer Schwerpunkt unseres Hofes. Die Herde umfasst 60 Tiere mit Nachzucht. Wir mästen Ochsen und Färsen; als Färse werden weibliche Jungtiere vor dem ersten Kalben bezeichnet.

Die Kombination von Getreideanbau und Tierhaltung gestaltet sich zu einem natürlichen Kreislauf: Der Dung der Tiere wird kompostiert oder direkt auf die Betriebsflächen ausgebracht, wo die Inhaltsstoffe den Kulturpflanzen als Nährstoffquelle dienen. Das Erntegut wiederum dient teilweise als Futter für die Tiere auf dem Hof.

So entsteht ein Kreislauf von Tier, Pflanze und Boden, der die Erhaltung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit gewährleistet, ohne dass chemisch- synthetische Pflanzenschutzmittel oder Dünger eingesetzt wurden.

Naturschutz ernst genommen

Weite Flächen unseres Betriebes liegen in Naturschutzgebieten. Ein vielseitiger Anbau wirkt sich positiv auf die Vielfalt von Flora und Fauna aus. Und sogar auf den angrenzenden Nutzflächen trägt die ökologische Bewirtschaftung zum Artenschutz bei. Mein Bruder hat sich als Betriebsleiter vertraglich zur Teilnahme an verschiedenen Naturschutzprogrammen verpflichtet. In der Landschaftspflege ist unter anderem die Mutterkuhhaltung ein wichtiger Bestandteil. Unsere Herde beweidet die Naturschutzflächen des Hofes.

Durch den Zeitpunkt, zu dem einzelne Flächen abgeerntet bzw. geschnitten werden, nehmen wir Einfluss auf deren Funktion als Schutz- und Lebensraum. Der Vertragsnaturschutz bindet den Betrieb an sinnvolle Auflagen, die wir durch private Maßnahmen ergänzen. In Zusammenarbeit mit dem Jagdpächter beispielsweise pflegen wir Wildäcker in der Gemarkung, um Schäden vorzubeugen, die durch das Wild in den Kulturen verursacht werden.

Bio? - Logisch!

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Naturland Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Naturland Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer DE-HE-001-0012-AD geführt wird.

Weitere Informationen:

Website des Naturland Verbandes

Bio-Getreide "mit Gesicht"

Auf unserem Naturland Betrieb bauen wir Weizen, Roggen, Dinkel und Hafer an. Wir liefern das Bio-Getreide an die Marktgesellschaft mbH der Naturland Betriebe, eine Vermarktungsinitiative von Naturland Landwirten. Sie übernimmt die überregionale Vermarktung unserer Erzeugnisse.

Aufgrund großzügiger Kapazitäten lagern wir Naturland Saatgut auch von anderen Naturland Landwirten ein und sind Verteilstelle für Naturland Feinsämereien und Saatgut.

Neben Getreide bauen wir Erbsen, Ackerbohnen, Winterraps und Kartoffeln an, wobei der Kartoffelanbau hauptsächlich der Eigenversorgung dient.

Bio vor Ort