Betriebs-Porträt

Biolandhof Breitsameter

Familie vor Wohnhaus
Johannes Breitsameter und seine Familie geben den Eiern ihres Federviehs ein "Gesicht".

Bioland-Hof Breitsameter
Gitte & Hans Breitsameter
Hohleneich 1
86453 Dasing

08258 9117
08258 282

www.biolandhof-breitsameter.de

Sehen wo's herkommt

Der große Hof der Bio-Hühner

Morgens um sieben ist die Hühnerwelt in Ordnung: Bio-Bauer Johannes Breitsameter öffnet die Tür zum Stall zum ersten Kontrollgang; dort herrscht bereits reges Treiben. Laut gackernd drängt eine Herde von 3.000 Legehennen durch die Schlupflöcher hinaus in die frische Morgenluft. Sofort beginnen sie die Weizenkörner aufzupicken, die ihnen der Landwirt auf den mit Stroh und Sand eingestreuten Boden gestreut hat. Dieses arttypische Verhalten der Hennen ist ein gutes Zeichen, dass die Tiere gesund sind. Zufrieden verlässt der Landwirt den Stall und schaut nach den anderen vier Hühnergruppen in den Nachbarställen.

Er ist ein Bio-Landwirt aus Leidenschaft und Überzeugung: Johannes Breitsameter aus Dasing in Bayerisch-Schwaben. Der uralte Hof Hohleneich, bereits 765 urkundlich erwähnt, bietet alles, was Hühner für ein artgemäßes Leben brauchen: Eine große Weide mit viel Auslauf, bedarfsgerechtes Bio-Futter und große Kisten zum Sandbaden zum Beispiel.

Von Mastschweinen zu Bio-Legehennen

Über 15.000 Legehennen und 150 Hähne leben heute auf dem Bioland-Hof von Gitte und Johannes Breitsameter. "Das war nicht immer", erzählt der Betriebsleiter. 1998 hat er den landwirtschaftlichen Betrieb von seinem Vater übernommen und ihn Schritt für Schritt komplett umstrukturiert. "Damals haben wir Schweine gemästet, Zuckerrüben angebaut und Kartoffeln produziert", erinnert er sich. "Für meine Frau Gitte und mich stand jedoch von Anfang an fest, dass wir den konventionell bewirtschafteten Betrieb nach der Übernahme auf eine organisch-biologische Bewirtschaftung umstellen werden." Schon während seines landwirtschaftlichen Studiums an der Fachhochschule Weihenstephan hat sich der Diplom-Agraringenieur intensiv mit "Bio" und artgerechter Tierhaltung beschäftigt.

Nach der Hofübergabe hat Johannes Breitsameter mit großem Arbeitsaufwand den ehemaligen Schweinemaststall in einen geräumigen, artgerechten Legehennenstall entsprechend der EG-Öko-Verordnung umgebaut. Dort leben die Legehennen in Gruppen zusammen. Nebenan sind die 3.000 Junghennen untergebracht: Im Alter von einem Tag kommen die Küken auf den Bio-Hof; mit etwa 18 Wochen erreichen sie das Lege-Alter und wechseln zu den "Großen" in den Stall.

Jedes Tier hat freien Zugang zu Futter und Wasser und Auslauf ins Freie. Bei trockenem Wetter verbringen die Hennen den Tag meist auf der Weide. Sie picken nach Regenwürmern, sonnen sich im Gras oder ruhen sich im Schatten der kleinen Büsche und Sträucher aus. An Regentagen bevorzugen die Tiere ihren so genannten Wintergarten. Mit Beginn der Dämmerung kehrt die Gruppe selbstständig in den Stall zurück. Auch dort ist der Boden mit Stroh und Sand eingestreut und bietet viel Platz zum Scharren, Flattern und Fliegen. Mit trockenem Sand gefüllte Kisten laden zum Sandbaden ein. Während der Nachtstunden steht jedem Tier ein großer Schlafplatz auf einer erhöhten Sitzstange zur Verfügung.

 

Legefrisch zu Feneberg

Hühner legen ihre Eier vorzugsweise in Gesellschaft von Artgenossinnen. Jeden Morgen kurz nach dem Aufwachen ziehen sich die Tiere in die Familien-Legenester zurück. Jeweils acht Hennen finden in den geschützten Nestern Platz. Die Legenester sind nach hinten leicht abgeschrägt. Dadurch rollen die Eier nach der Ablage aus dem Nest auf ein Förderband und werden zweimal täglich aus dem Stall direkt zur Sortiermaschine im Stallvorraum transportiert. "Das ist wie Running Sushi", ergänzt Bauer Johannes schmunzelnd.

Blitzblank ist es im Hühnerstall. Legehennen brauchen ein absolut sauberes Nest, denn bis auf die pflichtmäßigen Schutzimpfungen ist der Einsatz von Medikamenten in der Bio-Legehennenhaltung weitgehend tabu. Für die Hygiene sorgen auch Kotförderbänder direkt unter den Sitzstangen: "Hühner sondern vor allem während der Nachtstunden viel Kot ab", erzählt der Betriebsleiter. "Dieser fällt direkt auf das Band und wird schnell hinaus befördert – keine Chance für üble Düfte und krankmachende Keime." Feines Steinmehl, von Hand verteilt, bindet ebenfalls Stallgerüche, legt sich schützend auf das Gefieder der Tiere und wehrt so lästige Parasiten ab.

Im Stallvorraum sortieren Gitte und Johannes Breitsameter täglich 12.000 Eier nach Größe und ordnen sie den vier Gewichtsklassen zu. Sorgfältig untersuchen sie jedes Ei auf mögliche Bruchstellen und Risse in der Schale; beschädigte Eier werden aussortiert. Zum Abschluss wird noch der EU-einheitliche Erzeuger-Code auf die Eischale gestempelt. "Dieser Code ist wie das Nummernschild am Auto", erklärt der Bio-Bauer. Mit den Ziffern, dem Länderkürzel und der Betriebsnummer lässt sich die Herkunft jedes Hühnereies bis zum Stall zurückverfolgen. Die Ziffer 0 kennzeichnet dabei Eier aus ökologischer Erzeugung, das Länderkürzel DE macht deutlich, dass es sich um ein Ei aus Deutschland handelt. Nach dem Verpacken gelangen die Eier auf dem schnellsten Weg in den Einzelhandel.

Optimale Futtermischung hält die Hennen fit

Entscheidend für die Hühner ist ihr Futter: "Nur gesunde und leistungsgerecht gefütterte Tiere fühlen sich wohl und legen viele Eier", erklärt Breitsameter. Täglich mischt er aus sieben Komponenten ein nährstoffreiches Futter für seine Legehennen zusammen, alles auf den eigenen Feldern angebaut: Gras, Mais, Gerste, Weizen, Hafer, Erbsen und Ackerbohnen. Und neuerdings auch ökologisches Soja. "Die Sojabohne enthält mehr als 30 Prozent hochwertiges pflanzliches Eiweiß. Soja bringt Aminosäuren in die Mischung, die in Mais, Weizen oder Gerste fehlen, für die Legehennen aber gerade lebensnotwendig sind", begeistert sich der Landwirt. Damit erreicht er auch eines seiner wichtigsten Ziele: Einen nahezu geschlossenen Betriebskreislauf. "Je kleiner der Einfluss von außen auf einen landwirtschaftlichen Betrieb sich gestaltet, desto besser sieht es mit der Tiergesundheit aus." Davon profitieren alle: Landwirte, Verbraucher - und vor allem die Hühner.

Kontrolliert und zertifiziert: Bio-Produkte sind garantiert "öko"

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch der Bioland-Hof von Familie Breitsameter mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der dieser Betrieb unter den Kontrollnummern D-BY-006-40503-AD und D-BY-006-44244-BD geführt wird.

Weitere Informationen:

Website des Bioland-Verbandes

Bio-Eier und Bio-Suppenhühner

Die Bio-Eier "mit Gesicht" werden über den Lebensmitteleinzelhandel vermarktet. Sie sind in den "VonHier"-Regalen bei Feneberg zu finden. Darüber hinaus beliefert der Hof auch Natur- und Feinkostläden, andere Öko-Betriebe und Anbieter von Abokisten. Gelegentlich liefert Familie Breitsamer auch Bio-Suppenhühner.

Bio vor Ort