Betriebs-Porträt

Kappelbauer Ölmühle

Betriebsleiter auf Rapsfeld
Alles aus einer Hand - das ist oberstes Prinzip von Johannes Spengler, der in handwerklicher Machart kaltgepresste Bio-Speiseöle herstellt.

Kappelbauer Ölmühle
Johannes Spengler
St.-Leonhard-Straße 32
86500 Maingründel

08238 964925

www.kappelbauer.de

Sehen wo's herkommt

 

Vom Konstruktionsbüro in die Ölmühle

In seiner Küche steht ein Designer-Kühlschrank. Vor dem Haus parkt ein robuster Caddy. Johannes Spengler aus Maingründel bei Kutzenhausen (Landkreis Augsburg) wirkt immer noch wie ein ambitionierter Maschinenbautechniker aus einem schwäbischen Konstruktionsbüro. Das war er jahrelang, heute aber ist er ein engagierter Öko-Bauer und Ölmüller aus Passion.

Die Berufsbezeichnung Ölmüller dürfte den meisten heute fremd sein. Denn davon gibt es nur noch ganz wenige in Deutschland. Sie vermahlen Pflanzensamen nach alter Väter Sitte zu Speiseöl. Spengler betreibt diese Kunst seit 2004. Im Vollerwerb und mit wachsender Begeisterung.

Seit einigen Jahren bewirtschaftet Johannes Spengler den traditionsreichen elterlichen Bauernhof in Maingründel im Naturpark Augsburg Westliche Wälder. Dort, wo einst Kühe standen, Heu und Kraftfutter gelagert wurden, stehen heute dutzendweise zentnerschwere Säcke mit sehr speziellem Inhalt: Leindottersamen und Sonnenblumenkerne. In einem neu eingerichteten Raum im ehemaligen Stall wartet eine moderne, chromblitzende Ölmühle, die an eine überdimensionale Küchenmaschine erinnert, auf diesen hochwertigen Rohstoff. Es sind Ölsaaten aus ökologischer Erzeugung, die Spengler in Handarbeit zu ernährungsphysiologisch wertvollem Speiseöl presst.

Native Öle für Gesundheit und Wohlbefinden

"Leindotter ist eine sehr alte Kulturpflanze, die bereits vor 4.000 Jahren in Europa beheimatet war", erklärt der Ölmüller. Zu naturbelassenem Öl kaltgepresst, gelte Leindotter mit seinem erbsigen Geschmack als kulinarische Rarität. Und: Leindotteröl ist reich an essenziellen Omega-3-Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Kaum minder gesund ist das kaltgepresste Sonnenblumenöl: "Zudem ist es sehr vielseitig verwendbar, mindestens so vielseitig wie Olivenöl", betont er.

Spengler weiß um die ernährungsphysiologischen Vorteile der Kaltpressung. Durch schonendes Kaltpressen ohne Zufuhr von Wärme bleiben wertvolle Inhaltsstoffe wie essenzielle Fettsäuren, Vitamine, Lecithin, Mineralstoffe und Spurenelemente erhalten. "Die meisten Speiseöle werden heute durch Extraktion mit chemischen Lösemitteln gewonnen, wobei meist eine Heißpressung vorausgeht", berichtet er und erklärt weiter: "Das Erhitzen der Kerne erleichtert das Austreten des Öls. Unsere Bio-Pflanzenöle werden ausschließlich durch Kaltpressung gewonnen. Die Saat muss aus ökologischem Anbau stammen."

Ölmüller Spengler ist stolz auf seine Produkte. Schließlich hat er sich die handwerklichen Fertigkeiten und wissenschaftlichen Grundlagen zur Gewinnung dieser feinen Speiseöle im Laufe der Zeit mühsam selbst aneignen müssen. Denn einen Ausbildungsberuf "Ölmüller" gibt es nicht. Und die Anforderungen der Lebensmittelkontrolleure an sein Produkt sind hoch.

Hochwertige Saaten vom eigenen Acker

Als der Maschinenbautechniker nach vielen Jahren in seinem Beruf den Hof mit 40 Milchkühen (mit Nachwuchs) und 15 Hektar Ackerland von den Eltern übernahm, verkaufte er zunächst das Vieh, stellte auf ökologischen Ackerbau um und trat dem Bioland-Verband bei. Erst bewirtschaftete er die 15 Hektar Ackerland im Nebenerwerb und marschierte weiter täglich in sein Konstruktionsbüro. Doch die Idee, Nahrungsmittel zu erzeugen und davon leben zu können, ließ ihn nie los. Er wollte native Speiseöle produzieren aus den Saaten, die auf seinen eigenen Äckern gedeihen.

Der Mittelschwabe baut auf seinen Äckern heute Leindotter, Sonnenblumen und Getreide in einer für den Boden ertragreichen Fruchtfolge an. Das heißt, er wechselt die Kulturen und stimmt sie so aufeinander ab, dass sie den Boden nicht auslaugen. Zum Beispiel pflanzt er auch Kleegras und Leguminosen (Hülsenfrüchtler), die mit ihren Wurzeln den Boden auflockern und ihm sogar Stickstoff als natürlichen Dünger zuführen. Wenn das Kleegras seine Aufgabe erfüllt hat, liefert Spengler es an einen Nachbarbetrieb: Der verfüttert es an seine Kühe und gibt dem Ölbauer im Gegenzug Mist für die Äcker, ebenfalls zum Düngen.

Der Anbau von Sonnenblumen hat übrigens erst beim zweiten Mal geklappt: Bei den ersten Versuchen bremste das Wetter den experimentierfreudige Unternehmer aus. "Bei unserem unberechenbaren Klima mit den oft feuchten Herbstmonaten ist das ein ziemliches Risiko." Doch das nimmt er seit 2009 gern auf sich und hat bis heute Erfolg damit.

Kontrollen in Anbau und Verarbeitung

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch der Kappelbauernhof von Johannes Spengler mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der dieser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BY-006-43567-BD geführt wird.

Weitere Informationen:

  • <link http://www.bioland.de/ _blank linkext "öffnet in neuem Fenster">Website des Bioland-Verbandes</link>

Kaltgepresste Bio-Speiseöle vom Kappelbauernhof

Die Kappelbauer Ölmühle stellt in handwerklicher Machart kaltgepresste Bio-Speiseöle her. Alles aus einer Hand – das ist oberstes Prinzip von Ölmüller Johannes Spengler. Die Saaten werden ausschließlich aus der Region bezogen, zum Teil stammen sie aus eigenem Anbau. Die Ölmühle beliefert hauptsächlich den regionalen Markt im Umkreis von Augsburg.

Bio-Speiseöle vom Kappelbauernhof sind in den Feneberg-Filialen im Allgäu unter der Marke "VonHier" erhältlich.

Damit aber nicht nur Ölsaaten auf seinen Äckern gedeihen, arbeitet der Kappelbauer mit vielseitigen Fruchtfolgen und so kommt es, dass er auch Getreide wie Dinkel, Roggen und Hafer anbaut. Auch davon fließen Teile in die Marke "VonHier".

Bio vor Ort