Betriebs-Porträt

Pelzl Gartenbaubetrieb

Zwei Männer und zwei Frauen an Gartentisch
Familie Pelzl hat sich im bayerischen Kirchheim auf den ökologischen Anbau von Gewürz- und Küchenkräutern spezialisiert.

Pelzl Gartenbaubetrieb
Helmut Pelzl
Bronnerlehe 5
87757 Kirchheim

08266 448
08266 2319

pelzl-gartenbau(at)t-online.de

Sehen wo's herkommt

 

Aus dem Kräutergarten des Allgäus

Zitronengras, so viel das Herz begehrt! Üppig wachsen das Thai-Basilikum und der Koriander – welche Wonne für passionierte Hobbyköche! Liebhaber der Thai-Küche inspirieren die aromatischen Düfte und das satte Grün ebenso zu köstlichen Kreationen wie Genießer der italienischen Küche oder Freunde deftiger Hausmannskost.

Helmut Pelzl hat Energie, klare Vorstellungen und Tatkraft – der Gärtnermeister führt seinen Betrieb mit Weitsicht, Schwung und Erfolg. Er ist Gärtner mit Leib und Seele, modern, zeitgemäß, überzeugt. Doch: "Es gibt nicht nur einen Pelzl." Fast die ganze Familie ist im Betrieb aktiv. Frau Christine kümmert sich vor allem ums Büro, der älteste Sohn Michael ist die rechte Hand des Chefs, "ein Top-Logistiker", und auch der jüngste mischt schon in manchem Bereich mit. Sein Ding ist vor allem die Technik im Betrieb.

Um die 300.000 Kräutertöpfchen stehen in Pelzls Gewächshäusern. Die wollen genährt, gepflegt und gewärmt werden. Der Koriander braucht Platz, das Basilikum zusätzliche Beleuchtung und jedes Kraut seine spezielle Temperatur. Klimaführung nennt man das, und das ist eine Kunst im Gewächshaus. Ebenso wie der Pflanzenschutz – ökologisch, versteht sich.

Von Mutters Hausgarten zum wirtschaftlichen Standbein

Seit einigen Jahren konzentriert sich der Betrieb ausschließlich auf die Gewürz- und Küchenkräuter – und das mit vollem Erfolg. Davor haben die Pelzls allerdings schon manch anderes landwirtschaftlich bewegt. 1958 haben die Eltern, ehemals aus dem Osten vertrieben, hier auf der Bronnerlehe angefangen. Ein Stück Ödland hatte der Vater, der aus der Landwirtschaft kam und unternehmerisch aktiv sein wollte, gepachtet und darauf einen Schweinestall gebaut. Dann kamen die Hühner und danach die Bullenmast.

Die Mutter, die "Seniorin", versorgte die Familie aus ihrem Hausgarten; er wuchs und gedieh, und bald wurde ein Teil des Ertrags auch im Direktverkauf vermarktet. Schließlich wurde daraus eine Freilandfläche mit über 20 Hektar. Freilandgemüse, Setzlinge – das war nun das Standbein der Pelzls. Vor etwa 20 Jahren kamen die Kräuter dazu.

Mit vielen Widrigkeiten hat die Freilandgärtnerei zu kämpfen – am unberechenbarsten ist wohl das Wetter. Auch die Pelzls erlitten immer wieder herbe Einbußen. Irgendwann, als nach einer sorgsam über den Sommer gehegten Kultur der Hagel wieder einmal "nur noch Schrott auf dem Acker" zurückgelassen hatte, war für Helmut Pelzl klar: "Ich will unabhängig vom Wetter werden." Also wurden Gewächshäuser gebaut.

Keine halben Sachen

Unter Glas wurden nun Pelzls Pflanzen kultiviert, die schon immer bekannt dafür waren, "ein bisschen was Besseres" zu bieten. Pelzl suchte nach besonderen Sorten, er lieferte besonders große und gute Salatköpfe und das beste Saatgut. Mit seiner Qualität hatte er im Lebensmittelhandel bald einen "Stein im Brett". Die Hobbygärtner trauern noch heute seinem Saatgut nach. Im Laufe der Zeit jedoch, die Eroberung heimischer Küchen durch exotische Rezepte schuf die Nachfrage, wurden die Kräuter im Gewächshaus immer mehr, das Gemüse immer weniger.

Eine Entscheidung wurde fällig, denn "man kann keine halben Sachen machen", so der Betriebsleiter. Und so werden heute ausschließlich Kräuter angebaut. Der Erfolg spricht für sich. Doch irgendwie hätte der Pelzl auch gern noch seinen Salat: "Tut mir in der Seele weh, dass wir kein Gemüse mehr machen." Und wer weiß, irgendwann …

Noch eine andere Entscheidung war damals gefallen: "Wir produzieren nach ökologischen Richtlinien." Jahrelang hatte Pelzl konventionell angebaut, doch irgendwie, so sagt er, ist "Bio in mir drin." Für ihn bedeutet das die Harmonie mit der Pflanze. Ein Stück Philosophie. Allerdings sagt er auch: "Ich bin kein Extremer", und: "Ich habe auch soziale Verantwortung." Die hat er - für etwa 15 Mitarbeiter im Sommer, für acht im Winter. Und da weiß Pelzl, dass Wirtschaftlichkeit und Ökologie Hand in Hand gehen müssen.

Mit der Kraft der Region und neuen Energien in die Zukunft

Gewürz- und Küchenkräuter – ein Exot in dieser Region der bodenständigen Landwirtschaft? Klar, viele Betriebe wie diesen gibt es nicht hier in der Gegend. Doch er passt zur Region wie die Kühe und die Wiesenkräuter, denn mit seiner Philosophie, seinem Engagement und seinen Produkten tut er auch was für seine Region. Seine Mitarbeiter sind überwiegend von hier. Er nimmt sich in Verantwortung für die Region, zum Beispiel indem er Lehrlinge ausbildet. Und indem er für die Region erzeugt. Neben dem Lebensmitteleinzelhandel beliefert er zum Beispiel die Gartencenter. Alles liefert er selbst aus – im Umkreis von 100 Kilometern.

Klar gibt es Pläne für die Zukunft, schließlich ist "jedes Frühjahr unser Gewächshaus zu klein". Die Energiekosten sind natürlich bei einer Gewächshauskultur ein echtes Problem. Da sucht Pelzl nach neuen Wegen. Zum Beispiel mit einer Betriebserweiterung durch ein Foliengewächshaus und anderen Formen der Energieversorgung. Verstärktes Engagement, Erweiterung, Rationalisierung durch verbesserte Abläufe – darin sieht er die Garantie für die Zukunft.

Kontrolle und Zertifizierung

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch die Bioland-Gärtnerei von Helmut Pelzl mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der dieser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BY-006-43477-AB geführt wird.

Weitere Informationen:

Website des Bioland-Verbandes

Basilikum, Rosmarin und noch vieles mehr

Der Bioland-Gartenbaubetrieb von Familie Pelzl baut verschiedene Gewürz- und Küchenkräuter an und vermarktet sie als Topfware. Durch den Anbau im Gewächshaus ist das Angebot ganzjährig erhältlich.

Die frischen Kräuter im Topf können Sie in den Feneberg-Filialen im Allgäu kaufen, leicht erkennbar an der "VonHier"-Verpackung.

Familie Pelzl beliefert außerdem Gartencenter in der Region und andere Wiederverkäufer mit ihren Kräutern.

Tipp: Einen besonders guten Wuchs zeigen die ökologisch gezogenen Kräuter beim Umsetzen in Kübel oder wenn sie im Garten eingepflanzt werden.

Bio vor Ort