Betriebs-Porträt

Bioland-Hof Weber

Betriebsleiterehepaar mit Rinderherde
Albert Weber und Christine Buchbinder betreiben ökologische Mutterkuhhaltung im Rahmen des VonHier-Programms der Feneberg Lebensmittel GmbH.

Bioland-Hof Weber
Albert Weber und Christine Buchbinder
Waffenried 8
88353 Kißlegg

07563 908154

Sehen wo's herkommt

Im Schutze einer alten Linde

Schon über 100 Jahre, seit 1896, ist unser Hof im Familienbesitz. Hier im württembergischen Allgäu bei Kißlegg bestimmen flache, weite Hügel das Bild der Landschaft, und obwohl die Gegend relativ hoch liegt, auf 650 Metern, staut sich hier die Feuchtigkeit. So ist etwa die Hälfte der Böden moorig, weshalb wir uns wie viele unserer Nachbarn traditionell auf die Viehhaltung eingestellt haben.

Den Hof habe ich, Albert Weber, im Jahr 2005 von meinem Vater Franz übernommen; wir arbeiten aber weiterhin Hand in Hand. Anders ginge es auch gar nicht. Immerhin sind 20 Mutterkühe mit ihren Kälbern zu versorgen.

Meine Mutter Waltraud steht voll und ganz hinter dem Betrieb und hilft, wenn Not am Mann ist. Im Sommer arbeite ich hauptberuflich als Maschinist in der Futtertrocknung. Im Winter, wenn die Futtertrocknung stillsteht, helfe ich in anderen landwirtschaftlichen Betrieben sowie im Naturschutz bei der Pflege von Streuwiesen.

Das Schöne ist, dass die ganze Familie beieinander wohnt: Meine Freundin Christine Buchbinder und ich leben in einem Haus und nebenan, im anderen, meine Eltern. Über allem wacht eine mächtige Linde, die als traditioneller Hausbaum zur Geburt meines Vaters gepflanzt wurde.

Einfach gern draußen arbeiten

Ursprünglich habe ich den Beruf des Schreiners erlernt und war ein Jahr als Geselle tätig. Doch mit der Arbeit in geschlossenen Räumen kann ich mich nicht anfreunden. Ich liebe es, im Freien zu sein, ich brauche die Landschaft um mich herum und die Tiere. Aus diesem Grund habe ich zusätzlich eine landwirtschaftliche Ausbildung absolviert und arbeite nun auf dem Hof.

Familienbetrieb heißt für mich und meine Familie, dass alles ineinander greift. Jeder hat seine Aufgaben. So hilft auch meine Freundin Christine, wann immer sie gebraucht wird. Zurzeit pendelt sie beruflich zwischen ihrer Arbeit als Krankenschwester, dem Studium der Pflegepädagogik in Weingarten und dem Hof hier in Waffenried. Ihr medizinisches Wissen und ihr Interesse für Homöopathie wendet sie mit Erfolg auch im Stall an. Und von Stress keine Spur: "Mir gefällt das", schwärmt sie. Längst steht fest, dass sie uns nach Studienabschluss weiter auf dem Hof mit hilft. Ein Leben ohne Tiere und draußen sein kann auch sie sich nicht vorstellen.

Schon mein Vater hat auf Öko-Landbau umgestellt

Die Landschaft hier hat stark mitbestimmt, dass mein Vater und ich zur ökologischen Landwirtschaft gewechselt haben. Einerseits lassen die Böden kaum Alternativen zur Viehhaltung und wir haben seit jeher extensiv gewirtschaftet. Andererseits fasziniert uns die Vielfalt des Lebens, die sich auf diesen moorigen Böden entfaltet. Das Gehöft grenzt direkt an ein Naturschutzgebiet, das Arrisrieder Moos. So lebt meine Familie schon immer im sorgsamen, aufmerksamen Umgang mit der Natur.

Mein Vater hat 1999 die Umstellung auf die ökologische Landwirtschaft und den Beitritt zum Bioland-Verband in die Wege geleitet. Ich selbst kann mir ohnehin kaum etwas anderes vorstellen; schon meinen Zivildienst habe ich im Naturschutz absolviert und später einen Teil meiner Landwirtschaftsausbildung in einem Bioland-Betrieb. Die "Bio-Richtung" begeistert mich, weil die Leute viel mehr kaufen als ein gutes Stück Fleisch: Sie wollen die ökologische Landwirtschaft.

Unser Fleisch ist garantiert ökologisch erzeugt

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BW-006-13802-AD geführt wird.

Weitere Informationen:

  • <link http://www.bioland.de/ _blank linkext "öffnet in neuem Fenster">Website des Bioland-Verbandes</link>

Vom Nullpunkt zum Neustart

Ein großes Feuer, verursacht durch einen Blitzeinschlag, hat 1998 den Stall komplett zerstört. Zum Glück war den Tieren nichts passiert, aber wir brauchten wieder einen Stall für sie. So haben mein Vater und ich entschieden, einen modernen, geräumigen Neubau nach Kriterien der ökologischen Tierhaltung zu errichten. Im neuen Stall können die Rinder sich immer frei bewegen, er hat eine eingestreute Liegefläche (Tiefstreu mit Stroh) und außen schließt sich ein langer Laufhof an. Zwar sind unsere Rinder von Mai bis November ohnehin auf der Weide, aber die Möglichkeit des "Winterausgangs" im Laufhof nutzen sie gern.

19 Hektar Grünland gehören zum Hof, die wir als Weidefläche nutzen, ebenso zur Gewinnung von Heu und Silage. Mit den Grünflächen nehmen wir am Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsausgleich MEKA teil. Die Einstreu kommt zum Teil von einer vier Hektar großen Streuwiese aus dem Naturschutzgebiet. Wald gehört zwar nicht zu unseren Flächen, aber das Holz, was wir für die Scheitholzheizung brauchen, bekommen wir zum Teil aus dem Wald von Christines Vater. Wärme für das Wasser liefert die Solaranlage auf dem Dach. Das Wasser selbst stammt aus unserem Brunnen, mit dem wir unseren gesamten Wasserbedarf abdecken können. Eine Pflanzenkläranlage sorgt seit 2006 dafür, dass es auch wieder gereinigt wird.

Feines Rindfleisch für VonHier

Wir betreiben ökologische Mutterkuhhaltung im Rahmen des VonHier-Programms der Feneberg Lebensmittel GmbH. Das Unternehmen aus Kempten im Allgäu kauft unsere Jungrinder und vermarktet ihr Fleisch in den Feneberg-Filialen unter der regionalen Bio-Marke VonHier.

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