Betriebs-Porträt

Wannenhof

Betriebsleiter vor Hof
Adi Sprinkart betreibt ökologische Mutterkuhhaltung im Rahmen des VonHier-Programms der Feneberg Lebensmittel GmbH.

Wannenhof
Adi Sprinkart
Gopprechts 16
87448 Niedersonthofen

08379 9784
08379 9785

info(at)adi-sprinkart.de
www.adi-sprinkart.de

Sehen wo's herkommt

 

Zwischen Bergwiesen und Parlamentspapieren

Unser Wannenhof ist seit Generationen in Familienbesitz. Das Anwesen liegt über Niedersonthofen auf einem Höhenzug, der sich Obere Wanne nennt und dem Hof sicher seinen Namen gebracht hat. Von den Wiesen, die das Haus umgeben, reicht der Blick weit in das Obere Allgäu und auf die Berge der Allgäuer Alpen. Hier in Gopprechts bin ich, Adi Sprinkart, seit meiner Geburt zuhause. Den elterlichen Milchviehbetrieb habe ich 1993 auf Mutterkuhhaltung umgestellt und verkaufe seither Bio-Rindfleisch.

Eigentlich kam ich erst auf Umwegen zur Landwirtschaft. Nach der Mittleren Reife hatte ich zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolviert und später Sozialpädagogik an der Fachhochschule in München studiert. Am Ende des Studiums wuchs in mir das Interesse am Hof: Ich wollte nicht einfach aufgeben, was Generationen vor mir aufgebaut hatten. Um in die Fußstapfen meiner Eltern treten zu können, bildete ich mich also zum Landwirtschaftsmeister weiter und legte 1985 die Prüfung ab.

Die Landwirtschaft macht mir viel Spaß und ist ein idealer Ausgleich für die kopflastige Politik, so dass ich nunmehr zweigleisig fahre: Landwirt und Politiker. 1984 bin ich Mitglied der Grünen geworden und seit 1997 bin ich im Bayerischen Landtag. Das bedeutet, die Zeit von Dienstag bis Donnerstag verbringe ich in München, die anderen Tage arbeite ich daheim auf dem Hof oder bin im Allgäu unterwegs.

Zugegeben ungewöhnlich: Bio auf Empfehlung

Viele Kollegen sind damals auf die Bio-Landwirtschaft umgestiegen, weil es im Konventionellen nicht mehr gepasst hat: Verkrautung der Böden, geringere Fruchtbarkeit der Tiere und anderes mehr. Bei mir kam der Anstoß zum Umstieg durch das politische Engagement.

Als ich nach dem Studium in München wieder ins Allgäu zurückgekehrt war, suchte ich Kontakt zu Leuten, die sich in der Umweltszene engagierten und lernte dabei interessante Menschen kennen. Wir setzten uns für den Umweltschutz und gegen überzogenen Straßenbau ein. Eines Tages fragte jemand: "Wie kannst du da überhaupt noch konventionell wirtschaften?" Es schien ein Widerspruch zu bestehen zwischen meinem politischen Engagement und der Art, wie unsere Familie den Hof betrieb. Also habe ich mich damit auseinandergesetzt – und festgestellt, dass keine große Umstellung auf mich zukommen würde, da wir ohnehin sehr umwelt- und tierfreundlich arbeiteten.

1984 haben mein Vater und ich begonnen, den Hof nach den Regeln des Bio-Landbaus zu bewirtschaften, 1987 sind wir dem Bioland-Verband beigetreten.

Noch einiges zu Hof und Fläche

Heute bewirtschafte ich rund 17 Hektar Grünland, wovon zehn zum Hof gehören und der Rest gepachtet ist. Natürlich kann ich all die Arbeit am Hof nicht allein stemmen, aber durch überbetriebliche Hilfe vor allem von Nachbarn und über den Maschinenring bekomme ich das hin.

Ich nehme am Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) und mit gut einem halben Kilometer Hecke am Heckenpflegeprogramm teil. Daneben gehört ein Hektar Wald zum Hof. Mit dem Holz bestücke ich den Kachelofen im Wohnzimmer und heize ansonsten mit Gas und Sonnenenergie. Mit der Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach produziere ich doppelt so viel Strom wie ich verbrauche.

Garantiert biologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BY-006-40607-AD geführt wird.

Weitere Informationen:

  • <link http://www.bioland.de/ _blank linkext "öffnet in neuem Fenster">Website des Bioland-Verbandes</link>

Landwirt, Politiker, Berater

Der Umstieg auf die Mutterkuhhaltung 1993 brachte mir mehr Freiraum, einerseits für die Politik, andererseits um als landwirtschaftlicher Berater tätig zu werden. In dieser Funktion habe ich seinerzeit auch das Unternehmen Feneberg beim Aufbau einer regionalen Marke unterstützt, über die Fleisch und Wurst von Bio-Rindern vertrieben werden konnte. Diese Marke wurde zum Ursprung der Bio-Lebensmittelmarke VonHier.

Seit 1995 bin ich als VonHier-Projektbetreuer dafür verantwortlich, dass jeden Montag und Freitag die benötigte Anzahl Rinder an den Schlachthof in Kempten angeliefert werden, ebenso für die Schlachtauswertung. Außerdem bin ich für die Bauern oft erster Ansprechpartner; sie bringen viele Ideen oder Vorschläge für das VonHier-Programm ein. So verliere ich trotz meines Hauptberufes Politik nicht die Bodenhaftung: Einerseits weiß ich, wie die Arbeit läuft, andererseits spüre ich, was die Leute beschäftigt. In der Politik läuft man sonst leicht Gefahr, fernab vom Leben im eigenen Saft zu brutzeln.

Feines Rindfleisch für VonHier

Ich betreibe ökologische Mutterkuhhaltung im Rahmen des VonHier-Programms der Feneberg Lebensmittel GmbH. Das Unternehmen aus Kempten im Allgäu kauft meine Jungrinder und vermarktet ihr Fleisch unter der regionalen Bio-Marke VonHier.

Bio vor Ort