Betriebs-Porträt

Bio-Geflügelhof Grundler

Betriebsleiter auf Gabelstapler mit Strohballen
Thomas Grundler betreibt einen Geflügelmastbetrieb im Landkreis Ravensburg.

Bio-Geflügelhof Grundler
Thomas Grundler
Ortsstraße 18
88361 Baltshaus

07584 1847
07584 290131

Sehen wo's herkommt

 

Wo jeder jeden kennt

Unser Bauernhof liegt in Baltshaus, einem kleinen Dorf im Landkreis Ravensburg. Rund 40 Menschen wohnen am Ort, da kennt jeder jeden! Auch wir sind fest hier verwurzelt, denn unsere Familie lebt schon in dritter Generation am Hof.

Seit 2004 pachte ich, Thomas Grundler, den Betrieb von meinen Eltern Franz und Agathe und führe ihn gemeinsam mit ihnen und meinem Bruder, der ebenfalls Franz heißt. Als ich damals auf die ökologische Landwirtschaft umgestellt habe, musste ich ganz schön Überzeugungsarbeit bei meinem Vater leisten! Doch die Angst, dass das für uns nicht funktioniert, hat sich längst verloren und heute ist er genauso wie wir Brüder davon überzeugt.

Wir haben uns auf die Mast von Hähnchen und Enten spezialisiert. Als Öko-Betrieb halten wir unsere Tiere artgerecht und achten auf die umweltfreundliche Bewirtschaftung unseres Hofes.

Öko-Landbau eröffnete uns neue Perspektiven

Früher hatten meine Eltern Schweinehaltung betrieben und dies und das ausprobiert. Doch kein Konzept hat sich als wirklich wirtschaftlich erwiesen. Als wir von Bekannten erfuhren, dass das Unternehmen Feneberg Geflügelhalter für sein "VonHier"-Programm suchte, haben wir darin unsere Chance erkannt und 2005 mit der Hähnchenhaltung begonnen.

Aus den 500 Hähnchen im ersten Jahr wurden schon im zweiten 2.000. Dann haben wir einen neuen Stall gebaut und abermals erweitert. Auch 2009 haben wir nochmals angebaut. Die Nachfrage und unsere betriebswirtschaftlichen Zahlen belegen, dass unsere Rechnung aufgegangen ist.

Wir stehen voll hinter der ökologischen Landwirtschaft, doch damals war unser Grund für die Umstellung nicht emotional, sondern rein wirtschaftlich. Die Entscheidung hieß: "Aufhören oder weitermachen" und es ist uns gelungen, dem Hof wieder eine Zukunft zu geben.

Viel Platz fürs Geflügel

Heute gehören rund 500 Quadratmeter Stall zum Hof: zwei Festställe und ein Mobilstall. So können wir die Hähnchen auf der Wiese versetzen und sie verschiedene Flächen abgrasen lassen. Das ist wichtig für ihre Gesundheit und natürlich, weil sie Auslauf brauchen. Eine Besonderheit des Mobilstalls ist, dass sich bei uns nur 13 Hähnchen einen Quadratmeter teilen, obwohl im ökologischen Landbau 16 Tiere erlaubt sind. Die Enten leben in einem Feststall, haben viel freien Auslauf und können jederzeit im extra angelegten Ententeich das Wasser genießen.

Insgesamt bewirtschaften wir 14 Hektar Land: acht Hektar sind Wiese, sechs Hektar Acker. Auf dem Acker bauen wir in einer Fruchtfolge Getreide, Mais, Kleegras und Erbsen an. Das bedeutet, wir stimmen die Reihenfolge des Anbaus so aufeinander ab, dass der Boden geschont oder durch den unterschiedlichen Auf- und Abbau der Nährstoffe sogar bereichert wird.

Die Futterpflanzen genügen nicht ganz, um die Tiere optimal zu ernähren. Deshalb haben wir eine Kooperation mit einem Bioland-Betrieb: Er bestellt bei uns Mist, und wir kaufen im Gegenzug Futter bei ihm ein - vor allem Getreide, das in der Geflügelmast als Aufbaustoff eine große Rolle spielt.

Weit mehr als Hähnchen und Enten

Wir halten außerdem drei Mutterkühe, aber das ist fast wie ein Hobby. Die Galloways und ihr Stier leben ebenfalls in ökologischer Haltung, doch vermarkten wir das Fleisch der Jungrinder noch konventionell. Denn es ist schwierig, hierfür einen Absatz zu finden. Zwar hat das Fleisch gute Qualität, aber es wäre zu teuer, um den Preis an die Verbraucher weiterzugeben.

Obwohl meinem Bruder und mir die Landwirtschaft Freude bereitet, so ist es doch nur ein Nebenerwerb. Hauptberuflich arbeitet Franz als Maschinenschlosser und ich verdiene mein Geld als Heizungsbauer. Da ist es eine große Erleichterung, dass unsere Eltern noch so viel mit zupacken!

Uns beiden bleibt kaum Zeit für Hobbys, aber immerhin noch für Hund, Pferd und Katze. Unsere Mutter pflegt einen großen Bauerngarten mit Obst und Gemüse und unser Vater engagiert sich ehrenamtlich in der Bürgerwache von Bad Saulgau. In Uniform und mit Gewehr präsentieren er und sein Corps die Stadt bei historischen Umzügen.

Öko-Garantie auf unser Geflügel

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland- und Naturland Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BW-005-03617-A geführt wird.

Weitere Informationen:

  • <link http://www.naturland.de/ _blank linkext "öffnet in neuem Fenster">Website des Naturland Verbandes</link>
  • <link http://www.bioland.de/ _blank linkext "öffnet in neuem Fenster">Website des Bioland-Verbandes</link>

Hähnchen und Enten für "VonHier" und unsere Galloways

Wir betreiben ökologische Hähnchen- und Entenmast. Pro Jahr mästen wir 22.000 Hähnchen und 1.000 Enten und liefern sie an die Feneberg Lebensmittel GmbH, wo das Fleisch der Tiere unter dem Dach der regionalen Bio-Marke "VonHier" verkauft wird.

Wir halten drei Galloway-Kühe und einen Stier. Auch sie leben in ökologischer Haltung. Da Galloways nicht als klassische Fleischlieferanten zählen, vermarkten wir das Fleisch ihrer Kälber auf konventionellem Weg.

Bio vor Ort