Betriebs-Porträt

Bioland-Hof Briegel

Betriebsleiter und Jugendlicher auf Weide
Familie Briegel bewirtschaftet einen Milchviehbetrieb im Allgäu.

Bioland-Hof Briegel
Bruno Briegel
Rehweg 27
88353 Kisslegg

07563 3125

Sehen wo's herkommt

 

Wie eine Welle in der Gegend

Wir hätten nicht gedacht, wie ansteckend Bio sein kann! Zwar habe ich, Erika Briegel, mich schon immer dafür interessiert, doch richtig mitgerissen hat uns das erst, nachdem bei uns in der Nachbarschaft einige Betriebe mit dem ökologischen Landbau begonnen hatten. Die Bio-Welle hat uns Anfang der 1990er-Jahre erfasst, nachdem wir uns bei Öko-Kollegen viel von dem nötigen Wissen eingeholt hatten. Und seit wir 1994 dem Bioland-Verband beigetreten sind, waren auch wir schon oft Mentoren für Landwirte, die umstellen möchten. Man kennt sich und man hilft einander, das ist hier in der Gegend so.

Unser Hof liegt in Waltershofen, einem Ort der Gemeinde Kißlegg, die sich zwischen Wangen und Leutkirch erstreckt. Die ganze Ecke ist ländlich-dörflich geprägt und es gibt viele kleinere landwirtschaftliche Betriebe wie den unsrigen. Die Landschaft ist sehr schön: Wir blicken rundum auf die ruhigen, sanften Hügel des Allgäus, das Grün der Wiesen und Wälder, auf Seen und Weiher sowie am Horizont auf die Bergkette der Alpen. Wir genießen die Aussicht, die Ruhe und das viele Vogelgezwitscher. In der warmen Jahreszeit mischt sich immer auch der Klang der Kuhschellen darunter, denn die meisten Landwirte betreiben wie wir traditionell Milchviehhaltung und lassen die Tiere im Freien weiden.

Jedes Jahr ein wenig grüner

Den Hof hat mein Mann Bruno 1985 von seinen Eltern übernommen. Später bin ich hergezogen, und 1989 haben wir geheiratet. Gerade in dieser Anfangszeit haben wir viel investiert, denn es ging darum, den Betrieb zukunftsfähig zu gestalten. Wenn aber Stall, Laufstall und größere Gebäude neu errichtet werden, muss man für sich bereits entschieden haben, ob der Weg in Richtung Öko-Landbau oder in den konventionellen Bereich führen soll. Wir jedenfalls orientierten uns am Gedanken von Umweltschutz und Nachhaltigkeit und haben 1991 den Betrieb umgestellt. Seit 1994 sind wir als Öko-Betrieb zertifiziert.

Heute halten wir 50 Milchkühe und 35 Jungtiere in zwei geräumigen Laufställen, wo sie viel Bewegung haben. Durch die meistens geöffneten Türen können die Rinder sommers wie winters ins Freie. Ohnehin verbringen sie die warme Jahreszeit auf den Weiden, wo sie die Sonne, die frische Luft und viele Gräser und Kräuter genießen sowie nach Belieben liegen und umherlaufen.

Da wir insgesamt 60 Hektar Fläche bewirtschaften, bleibt genügend Land übrig, wo wir Futter für den Winter gewinnen und ein wenig Mais und Getreide anbauen. Im Sommers fressen die Kühe fressen frisches Gras und Kräuter, im Winter bekommen sie Heu (so heißt der erste Schnitt der Wiesen) und Öhmd (so heißen der zweite und die folgenden Schnitte) sowie Pellets (das ist getrocknetes und gepresstes Gras). Ganzjährig füttern wir außerdem etwas Heu und Getreide als Nahrungsergänzung zu.

Von Generation zu Generation

Durch diese artgerechte Haltung kommen bei den Kühen kaum Krankheiten vor. Wenn sich doch einmal etwas anbahnt, behandeln wir sie meistens mit Hausrezepten oder Homöopathie. Mich interessieren vor allem die alten Hausmittel, die hier in der Gegend seit Generationen weitergereicht werden und die immer wieder Heilerfolge bringen. Zum Beispiel wenden wir Tannenreisig bei Husten an oder Tee aus Eichenrinde, wenn die Kälber Durchfall haben; Johanniskrauttee hilft, um die Fruchtbarkeit der Tiere zu fördern und Wermuttee geben wir ihnen bei Blähungen. Unsere Eltern unterstützen uns beim Anbau und Sammeln der Kräuter.

Brunos Eltern, Opa Anton und Oma Theresia, leben beide mit am Hof und besonders Anton hilft uns gern bei der täglichen Arbeit. Außerdem kümmert er sich um den Garten, wo Obst, Gemüse und einige Blumen wachsen. So haben die beiden also nicht nur den Hof in unsere Hände übergeben, sondern reichen noch immer ihr Wissen und ihre Erfahrung an uns weiter. Davon profitieren auch unsere beiden Söhne, die beide noch zur Schule gehen.

Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BW-006-13568-AD geführt wird.

Weitere Informationen:

  • <link http://www.bioland.de/ _blank linkext "öffnet in neuem Fenster">Website des Bioland-Verbandes</link>

Beruflich und privat auf Öko gestellt

Das Thema "Bio" steckt inzwischen in uns allen. Seit wir uns damit auseinandersetzen, leben wir bewusster. Wir achten zum Beispiel auf unsere Ernährung und auf das, was wir einkaufen, hinterfragen, wo es herkommt und woraus es besteht. Bruno hat sogar seinen Zweitberuf und einige seiner Ehrenämter in diesem Bereich: Er arbeitet in Teilzeit bei einer hiesigen Öko-Kontrollstelle und engagiert sich als Delegierter der Bioland-Landesversammlung. Außerdem pflegen wir ein Biotop in der Nachbarschaft: Die Wiesen am Wurmühleweiher dürfen nicht gedüngt und nur zwei Mal im Jahr gemäht werden.

Auch in Sachen Energie setzen wir auf Nachhaltigkeit und erzeugen Strom mit einer Fotovoltaikanlage sowie Wärme mit einer Solaranlage. Im Stall arbeiten wir zusätzlich mit einem System zur Wärmerückgewinnung. Dort wird die Wärme, die beim Milchkühlen anfällt, aufgefangen und dem Wasser zugeführt, mit dem die Melkanlage gereinigt wird. Sehr energieeeffizient funktioniert auch unsere Heutrocknung: Ihr Ausgangspunkt ist die Wärme, die sich unter den Solarmodulen auf dem Dach ansammelt. Sie wird abgesaugt und mit zum Trocknen des Heus verwendet. Dadurch kühlen wiederum die Module ab, was sich positiv auf deren Leistung auswirkt.

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