Betriebs-Porträt

Bioland-Hof Gleich

Familie am Tisch im Garten
Familie Gleich betreibt ökologische Hähnchenmast und nimmt am VonHier-Programm der Feneberg Lebensmittel GmbH teil.

Bioland-Hof Gleich
Carola Gleich
Reischenau 1
86424 Dinkelscherben

08292 1865

Sehen wo's herkommt

 

Wenn der Nachwuchs Neues macht

Am Hof von Maria und Manfred Gleich hat sich in den letzten Jahren viel getan. Ihr Betrieb liegt idyllisch im Naturpark Augsburg-Westliche Wälder und schmiegt sich in die verträumte Landschaft der Reischenau, einem lieblichen Talkessel mit vielfältiger Pflanzenwelt. Wo die Familie einst wie so viele Landwirte der Gegend Milchvieh hielt, wuseln heute Hähnchen umher. Der ehemalige Jungviehstall birgt 2.500 Tiere, auf den früheren Weiden wachsen Getreide und Mais. Doch das sensible Gleichgewicht der geschützten Landschaft wird dadurch nicht gestört, denn die Gleichs betreiben ökologischen Landbau und achten darauf, weder Tieren noch Boden zu schaden.

"Allein für uns hätten wir das nicht mehr gemacht", sagt Manfred Gleich zur Neu-Aufstellung des Betriebes. Immerhin gehen er und seine Frau Maria langsam aufs Rentenalter zu. Als jedoch seine Tochter Carola Interesse bekundete, die Geschichte des kleinen Unternehmens weiter zu schreiben, begann die Suche nach einem möglichen Weg. Manfred Gleich ist zufrieden, denn seit über 100 Jahren betreibt die Familie den Hof. "Mein Großvater hat ihn 1885 gebaut. Das steht alles in der Chronik unseres Ortes." Nun setzt Carola – die jüngste seiner vier Töchter – das fort, was die Vorfahren über Jahrzehnte aufgebaut haben.

Warum die Kuh vom Hof verschwand

Nur: Von den Kühen wollte Carola weg, was Vater Manfred gut verstehen kann. "Wer mit Milch arbeitet, der muss stets vergrößern", sagt er und erzählt aus der eigenen Erfahrung: 1972 hat er den Hof von seinen Eltern übernommen, damals als Kleinbetrieb mit um die 13 Kühen, zehn Jungtieren und 14 Hektar Land sowie ein paar Schweinen und Hühnern. Schon vier Jahre später baute er einen neuen Stall und konnte auf 40 Milchkühe aufstocken, ein weiterer Stall folgte 1983. Anfang der 1990er-Jahre bewirtschaftete der Vollblut-Bauer schon 30 Hektar Fläche. Doch das "immer mehr und immer größer" gefiel ihm nicht. "Ich hatte in dieser Zeit viel Kontakt zu ökologisch wirtschaftenden Betrieben und überlegte oft, wie es wäre, auf den Öko-Landbau umzusteigen." Vor allem die Zufriedenheit der Öko-Bauern hat ihn beeindruckt.

In dieser Zeit des Nachdenkens kam Tochter Carola mit ihrem Vorschlag. So grübelte die Familie bald gemeinsam, welchen Weg sie für den Hof einschlagen könnte. Just, als sich die Gedanken um die ökologische Hähnchenmast konkretisierten, entdeckte Manfred Gleich ein Inserat der Feneberg Lebensmittel GmbH. Die suchte Vertragsbauern für ihre regionale Bio-Marke VonHier. Und so entschied sich die Familie noch im selben Jahr, ihren Hof neu auszurichten. Das war 2009, und seitdem ist der Betrieb auch Bioland-Mitglied.

Die größten Hürden sind genommen

Die Gleichs bauten einen Hähnchenstall, wo die Tiere artgerecht leben: Sie haben Platz zum Umherlaufen, Scharren und Ruhen. Außerdem bietet ihnen ein großer Wintergarten bei jeder Witterung Auslauf an die frische Luft und in die Sonne. Ebenso schließt sich eine Wiese an, auf die die Hähnchen bei schönem Wetter hinaus können. Als Futter gibt es natürlich nur beste Bio-Kompositionen. Die kauft Manfred Gleich bei einem Händler in der Region ein, wo er im Gegenzug sein Getreide und seinen Körnermais abliefert. Da seit 2010 keine Kühe mehr am Hof sind, hat die Familie die Weideflächen zu Ackerland gemacht und baut dort Futterpflanzen an. Ein Drittel ihrer 26 Hektar Land belassen die Gleichs aber als Wiese: Hier gewinnen sie Heu, das ihnen Öko-Kollegen abkaufen.

Mit ihrem neuen Weg sind alle zufrieden: "Wir machen's gern", unterstreicht der Familienvater. Obwohl der Hof für ihn nach wie vor einen Vollerwerb bedeutet, hat er doch weit weniger Stress als zuvor. Zirka acht Wochen leben die Hähnchen am Hof. Bis dahin haben sie genügend Fleisch angesetzt und werden abgeholt. Für Familie Gleich folgen zwei Wochen Pause, in denen sie vor allem den Stall für die neue Besetzung vorbereitet. "Wir genießen diese Ruhe zwischendurch", erzählt Manfred Gleich. Danach kommen die nächsten Hähnchen; insgesamt sind es fünf Durchläufe pro Jahr. Immer wieder lobt der Geflügel-Bauer die gute Betreuung "von allen Seiten her": So fiel die Umstellung leicht, auch wenn sie doch viel Neues brachte.

Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch der Bioland-Hof von der Gleichs mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BY-006-45017-A geführt wird.

Weitere Informationen:

Website des Bioland-Verbandes

Landschaftsschutz hat viele Seiten

Rund um den Hof wird auf vielfältige Art Umwelt- und Naturschutz betrieben: Manfred Gleich pflegt eine über 80 Meter lange Hecke, die Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere bietet. Auch gibt es ein paar Obstbäume, die einerseits Unterschlupf für Vögel und Insekten bedeuten, andererseits natürlich Obstlieferanten für die Familie sind. Auf den Dächern von Stall und Maschinenhalle fängt eine Photovoltaikanlage das Sonnenlicht ein und speist Strom ins öffentliche Netz. Außerdem verwenden die Gleichs kein Öl zum Heizen, sondern Holz, das aus der Nachbarschaft kommt.

Bio-Hähnchenfleisch aus der Region

Familie Gleich betreibt ökologische Hähnchenmast im Rahmen des VonHier-Programms der Feneberg Lebensmittel GmbH. Das Unternehmen aus Kempten im Allgäu kauft die Hähnchen und bietet deren Fleisch in den Feneberg-Filialen unter der regionalen Bio-Marke VonHier an.

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