Betriebs-Porträt

Maxenbauer Biohof

Betriebsleiter mit Partnerin und Kleinkind in Verkaufsstand
Bio-Erdbeeren sind ihr Metier: Angelika Kurz und Robert Schimpfle beliefern die Feneberg Lebensmittel GmbH mit den beliebten Früchten.

Maxenbauer Biohof
Robert Schimpfle
Weiger-Guardini-Straße 25
88319 Aitrach Mooshausen

08395 911364
08395 912875

maxenbauer(at)web.de
www.maxenbauer.de

Sehen wo's herkommt

Gärtnerisches Geschick und ausgeklügelte Fruchtfolge

Wer gerne Erdbeeren schnabuliert, aber nie an einem Verkaufsstand vorbei kommt, der kann leicht missmutig werden. Oder selbst die Initiative ergreifen. So haben es Angelika und Robert Schimpfle aus Mooshausen, einem Ortsteil von Aitrach, gemacht. "2009 haben wir damit angefangen und es läuft rundum gut." Die beiden sind zufrieden, auch wenn sie wissen, dass der ökologische Anbau von Erdbeeren einige Risiken birgt. Schnell mal spritzen, wenn Pilze, Schädlinge und anderer Befall sich ausbreiten, geht da nicht. Vielmehr sind gärtnerisches Geschick und ausgeklügelte Fruchtfolgen gefragt. Ebenso eine Menge Geduld und ein starker Rücken, denn wilden, unerwünschten Kräutern rücken die beiden mit Hacke und Striegel zu Leibe. Im Sommer während der Ernte-Zeit unterstützen außerdem Saison-Arbeitskräfte die Schimpfles.

Hier, "im letzten Zipfel vom Illertal", wie Angelika die Landschaft schmunzelnd nennt, bestimmen eigentlich Weiden das Bild. Die Gegend im Südosten Baden-Württembergs ist traditionell durch die Milch-Erzeugung geprägt. Die Entscheidung, wo die Familie mit drei Kindern lebt, war für Mooshausen gefallen, weil sich von dort die Arbeit am besten organisieren lässt: Roberts Hof liegt rund 100 Kilometer entfernt, "wir versorgen ihn von hier aus". Dabei ist es nichts Neues, dass an Angelikas Betrieb eine Frau das Sagen hat. Sie erzählt, dass der Hof seit 1634 in Familienbesitz ist und fast immer in starken, aber weiblichen Händen lag. Allerdings: "Der erste Besitzer hieß vermutlich Max", und ihm verdankt das Anwesen seinen Namen, beim Maxenbauer.

Bequem auf Stroh gebettet

Insgesamt bewirtschaften die beiden in Mooshausen 30 Hektar Fläche. Der Familienbetrieb setzt auf eine vielgliedrige Fruchtfolge mit Zwischenfruchtanbau für ein gesundes Bodenleben und eine humusreiche Erde. Verschiedene Sorten Erdbeeren, Rhabarber, Kartoffeln, Erbsen, Mais und Weizen wachsen auf den Äckern. Etwa ein Fünftel der Fläche wird von Kleegras bedeckt, denn das lockert und schützt den Boden und führt ihm auf natürliche Weise Stickstoff zu. Schließlich geht das Kleegras als Futter an einen Partnerbetrieb, so dass die Maxenbauern im Gegenzug Rindergülle als wertvollen Dünger erhalten.

Die Pflanzen bleiben also nicht dauerhaft auf den Flächen, sondern ein häufiger Fruchtwechsel findet statt. Das beugt dem Auslaugen des Bodens vor und hilft gegen die Ausbreitung von Schädlingen. Einen natürlichen Schutz bringen auch die vielen Hecken sowie die Baum- und Strauchgruppen, die nicht nur Barrieren bilden, sondern ebenso vielen Tieren ein Zuhause bieten, die gern Erdbeer-Schädlinge genießen. Nicht zuletzt spielt das Stroh unter den Stauden eine große Rolle. Es ist luftdurchlässig, dient als Dünger, hält Schnecken ab und schützt die Früchte vor Nässe und feuchtklebriger Erde.

Neben den Erdbeeren, die nicht nur frisch über das VonHier-Programm von Feneberg vermarktet werden, sondern auch im Joghurt und in der Marmelade landen, produzieren die Schimpfles auch Frühkartoffeln und Rhabarber für VonHier. Für die Frühkartoffeln ist der Boden rund um den Betrieb ideal, wie Robert Schimpfle erklärt: „In unserem Boden sind viele große Steine – somit ist er wasserdurchlässig und er heizt sich im Frühjahr schnell auf.“ Schon Mitte Juni sind so die ersten Kartoffeln reif.

Was den Rhabarber betrifft, so mussten die Schimpfles erst Erfahrungen sammeln: 2011 kamen sie auf einer Messe mit dem Brauerei-Chef Gottfried Härle ins Gespräch. Der war auf der Suche nach Bauern, die ihn für seine Erfrischungsgetränke mit Bio-Rhabarber beliefern. Das Ehepaar willigte ein, allerdings waren die Anfänge nicht leicht: „Es gibt niemandem, der im großen Stil Bio-Rhabarber anbaut, also mussten wir selbst ausprobieren, wie das am besten funktioniert“, erinnert sich Angelika. Und der Rhabarber auf dem Acker sei nicht zu vergleichen mit der Staude in Omas Garten: Er brauche viel Wasser, viele Nährstoffe und ziehe das Unkraut förmlich an. Inzwischen haben die Schimpfles sich ran getastet und sind „vorsichtig optimistisch“, einen guten Weg gefunden zu haben. Ihr rotfleischiger, wohlschmeckender Rhabarber landet nicht nur in den Flaschen der Härle-Brauerei, sondern genau wie die Erdbeeren in Marmelade und Joghurt – und natürlich frisch im Gemüseregal. „Am besten“, lacht Angelika Schimpfle, „schmeckt er im Kuchen.“

Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BW-006-16491-A geführt wird.

Weitere Informationen:

  • <link http://www.bioland.de/ _blank linkext "öffnet in neuem Fenster">Website des Bioland-Verbandes</link>

Gesunde Bio-Erdbeeren, leckere Kartoffeln

Angelika und Robert Schimpfle erzeugen Erdbeeren, die sie zum Selbstpflücken oder Abholen anbieten. Der größte Teil geht als VonHier-Erzeugnis in die Regale der Feneberg-Lebensmittelmärkte. Hinzu kommen Frühkartoffeln und Rhabarber, die ebenfalls über das VonHier-programm vermarktet werden.

Hofladen und Direktverkauf

Öffnungszeiten

Montag bis Samstag 9.00 bis 18.00 Uhr

Sortiment Hofladen

  • Erdbeeren und Kartoffeln aus eigener Erzeugung
  • außerdem: Eier

Das Erdbeerfeld zum Selberpflücken ist bei schönem Wetter täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Bio vor Ort