Betriebs-Porträt

Spießhaldenhof

Spießhaldenhof GbR
M. Nardo und S. Günther
Spießhalden 1
88682 Salem Mittelstenweiler

07544 71635
07544 73177

info(at)spiesshaldenhof.de
www.spiesshaldenhof.de

Das Team vom Spießhaldenhof betreibt Landwirtschaft nach biologisch-dynamischen Grundsätzen.Betriebsleiter und Mitarbeitende am Tisch im Garten.

Sehen wo's herkommt

 

Beständig in Veränderung

Anfangs betrieben meine Frau Gisela und ich am neuen Hof Milchviehhaltung. Doch seit dem Jahr 2000 bauen wir Gemüse an und halten einige Rinder zur Mast. Noch heute, obwohl wir seit über zwei Jahrzehnten in Spießhalden sind, beherrscht eher Änderung als Routine unseren Alltag. Der Grund: Mein Sohn Sebastian lebt mit Frau und Tochter mit am Hof und wird später zusammen mit Matthias Nardo unsere Arbeit fortsetzen. Gemeinsam haben sie noch einen Hof dazugepachtet: mit 50 Milchkühen und 50 Rindern zur Nachzucht. Natürlich setzen die zwei wie wir ganz auf ökologische Landwirtschaft. Der neue Hof ist zurzeit in Umstellung. Nach der Umstellung von drei Jahren verschmelzen die beiden Betriebe zu einem einzigen von dann 110 Hektar.

Durch die Rinderhaltung an unseren Betrieben fällt genügend Dung und Gülle an, die wir für die Äcker brauchen, um Böden und Pflanzen gut mit Nährstoffen zu versorgen. Und was die zwei jungen Betriebsleiter nicht als Grünland für ihre Tiere nutzen, steht als weitere Ackerfläche zur Erweiterung unseres Gemüsebaus zur Verfügung.

Fruchtbare Böden für Blumenkohl & Co.

Die Felder bestellen wir mit wechselnden Fruchtfolgen. Das schützt die Böden vor dem Auslaugen, weil jede Pflanze andere Ansprüche hat und der Erde andere Stoffe entzieht. Das Wechseln verhindert außerdem, dass sich Schädlinge oder Krankheiten ausbreiten. Da wir im Öko-Landbau nicht mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln arbeiten, spielen diese Anbaumethoden für uns eine große Rolle. Daneben sind Erfahrung und Feingefühl gefragt. Und natürlich Handarbeit: beim Unkraut jäten, der Pflanzenpflege und anderem mehr.

Neben Getreide bauen wir Blumenkohl, Brokkoli, Salate und Wirsing an. Wenn eine Ernte beendet ist, folgt oft eine Saison mit Kleegras. Dieses Gemenge aus verschiedenen Gras- und Kleesorten führt dem Boden Stickstoff zu, denn am Klee leben Knöllchenbakterien, die das Element aus der Luft binden. Um die zehn Hektar nutzen wir als Grünland, von wo wir das Futter für die Mastrinder gewinnen und wo sie in der warmen Jahreszeit weiden können.

Garantiert ökologisch

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Demeter-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Demeter-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer DE-BW-022-2769-AD geführt wird.

Weitere Informationen:

Website des Demeter-Verbandes

Große und kleine Helfer

Bei der Arbeit unterstützen uns ein Gehilfe, ein Mitarbeiter und je nach Bedarf einige Aushilfen. Oft kommen auch Praktikanten, um hier einen Einblick in den biologisch-dynamischen Landbau zu gewinnen. Selbstverständlich bilden wir auch aus. Und wer nur eine kurze Übersicht möchte, der kommt zur Hofführung. So machen es öfter Besuchergruppen, Kollegen, interessierte Verbraucher und manchmal Schulklassen oder Kindergartenkinder.

Gerade Außenstehende staunen oft über die Vielseitigkeit unseres Betriebes. Da geht es nicht nur um Acker und Rinder oder um den Umweltschutz, den wir allein durch unsere Arbeit leben. Es geht genauso um die Landschaft, die wir gestalten und in der wir leben. Überall hier am Spießhaldenhof wachsen Hecken, einzelne Obstbäume, Sträucher und Waldflecken. Wir lieben die Vielfalt und wir brauchen sie auch, denn sie macht unsere Kulturpflanzen weniger anfällig. Zugleich beherbergt sie zahlreiche Vögel und Insekten, die von Natur her die Feinde so mancher Schädlinge sind.

Wärme aus eigenem Wald

Die Umwelt zu schützen heißt natürlich ebenso, sorgsam mit der Energie umzugehen. Deshalb haben wir eine Hackschnitzelheizung installiert, die sowohl unser Wohnhaus mit Wärme versorgt als auch das Wohngebäude gegenüber, wo unter anderem Sebastian mit seiner Familie wohnt. Das Holz dafür ernten wir in unserem eigenen, rund dreieinhalb Hektar großen Wald. Abgesehen davon haben wir Fotovoltaikanlagen auf den Dächern von Stall und Wirtschaftsgebäude installiert und erzeugen so Strom, der ins öffentliche Netz gespeist wird.

Bio-Gemüse "mit Gesicht" - frisch vom Feld in den Handel

Wir bauen Blumenkohl, Brokkoli, Salate, Wirsing und Getreide nach biologisch-dynamischen Richtlinien an. Außerdem mästen wir ein paar Rinder. Während wir die Rinder per Direktvermarktung in der Region verkaufen, geht das Gemüse an größere Abnehmer aus dem Naturkost- und Lebensmitteleinzelhandel.

Einen Teil des Gemüses vermarkten wir über die Feneberg Lebensmittel GmbH. Das Unternehmen aus Kempten im Allgäu bietet unsere Bio-Erzeugnisse "mit Gesicht" in den Feneberg-Filialen unter der regionalen Bio-Marke VonHier an.

Von Stuttgart an den Bodensee

Unser Hof liegt am Rand von Mittelstenweiler, einem Ort, der zur Gemeinde Salem gehört. Gleich hinterm Haus öffnet sich der Blick weit über die badische Landschaft; an schönen Tagen schauen wir leicht bis zum rund zehn Kilometer entfernten Bodensee. Als ich, Rolf Günther, 1987 von Stuttgart weg bin, fand ich hier das passende neue Zuhause für meinen Demeter-Betrieb.

Schon mein Vater widmete sich der ökologischen Landwirtschaft. Was er aufgebaut hatte und seit 1955 als Demeter-Bauer bewegte, das wollte ich auf keinen Fall aufgeben. So trat ich in seine Fußstapfen. Auch ich wollte meinen Beitrag leisten, die Welt etwas besser zu machen und Lebensgrundlagen zu erhalten; Bio entspricht meiner inneren Überzeugung. Weil aber unser Standort in Stuttgart nicht genügend Entwicklungsmöglichkeiten bot, suchte ich ein neues Domizil.

Bio vor Ort