Betriebs-Porträt

Naturland Hof Gawaz

Naturland Hof Gawaz
Anton Willebold Gawaz
Hauptstraße 35
88450 Berkheim

08395 93168
08395 93169

Frische Luft und Platz zum Suhlen

Das Wohl seiner Tiere liegt Anton Gawaz am Herzen. Auf seinem Hof in Berkheim hält der Landwirt Schweine, die viel Platz haben, an die frische Luft dürfen und hochwertiges Futter aus eigener Erzeugung bekommen. „Als ich den Betrieb von meinen Eltern übernommen habe, war er noch konventionell und die Schweine hatten keinen Freilauf“, erzählt Anton Gawaz. „Schon damals habe ich mir gedacht: Das muss besser gehen.“

Also machte sich der Landwirt 2004 ans Umbauen: Der Stall wurde um Ausläufe erweitert – die Tiere durften von nun an an die frische Luft, wann immer sie wollten. „Das hat super funktioniert“, erinnert sich Gawaz. „Der Innenbereich wurde von den Tieren sauber gehalten, weil die Tiere zum Koten nach draußen gingen. Die Luft im Stall hat sich wesentlich verbessert und die Schweine haben sich wohlgefühlt.“ Auch ökonomisch sei der Ausbau sinnvoll gewesen. Anton Gawaz konnte nun mehr Tiere halten, die trotzdem mehr Platz hatten als vorher. 800 Schweine, unterteilt in mehrere Gruppen, mästete er von da an auf seinem Hof.

Schon immer mit Bio geliebäugelt

Bis er dann auf die biologische Landwirtschaft umstellte, dauerte es aber noch einige Jahre. „Mit dem Thema geliebäugelt habe ich eigentlich schon immer“, sagt der studierte Landwirt. Doch er hatte die Befürchtung, dass der Schritt von der konventionellen in die biologische Landwirtschaft zu kompliziert sein würde. „Vor allem beim Thema Ackerbau hatte ich Bedenken“, erklärt Anton Gawaz. Schließlich musste nicht nur die Tierhaltung, sondern auch die Bewirtschaftung der 35 Hektar Acker auf Bio umgestellt werden. Doch dann kam die Überraschung: Nachdem er sich intensiver mit dem Thema befasst hatte, stellte Anton Gawaz fest, dass die Hürden in seinem Fall nicht so groß sein würden. Im Stall mussten nur einige Kleinigkeiten verbessert werden – zum Beispiel konnte er die Hälfte der Spalten im Boden belassen, lediglich die andere Hälfte musste mit Stroh eingestreut werden. Und natürlich musste das Platzangebot pro Tier verdoppelt werden. „Dass man nur noch halb so viele Schweine hat wie vorher, wird auch nicht jeder Landwirt verkraften“, erklärt Anton Gawaz lachend. „Und auch mit Unkraut auf dem Acker muss man leben können – obwohl die Umstellung des Ackerbaus viel besser läuft als erwartet.“ Gemeinsam mit einem Freund aus dem Ort, mit dem er sich regelmäßig über die Themen der biologischen Landwirtschaft austauschte, stellte Anton Gawaz seinen Betrieb schließlich um und stieg ins VonHier-Programm von Feneberg ein. Seinen Hof bewirtschaftet er übrigens allein: Seine Frau arbeitet als Umweltpädagogin und die Interessen des Sohnes gehen momentan in eine andere Richtung. Er möchte nach der Realschule eine Lehre als Zimmermann beginnen.

Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer DE-BW-005-04754-A geführt wird.

Weitere Informationen:

Website des Naturland Verbandes

Lange Ringelschwänze als Wohlfühl-Zeichen

Beim Blick auf die Schweine auf dem Gawaz-Hof fällt auf, dass sie lange Ringelschwänze haben. In der Bio-Haltung werden die Schwänze, anders als in der konventionellen Haltung, nicht kupiert. „Die Herausforderung in der Schweinehaltung ist, dass die Tiere ihre Schwänze lang haben“, erklärt Anton Gawaz. „Und das funktioniert nur, wenn sie sich wohlfühlen.“ Der Bauer ist überzeugt, dass Schweine nur an den Schwänzen ihrer Artgenossen knabbern, wenn sie sich unwohl fühlen. Seit er für seine Tiere Ausläufe gebaut hat, sei das „Schwanzbeißen“ kein Thema mehr gewesen. Etwa vier bis fünf Monate verbringen die Tiere auf dem Betrieb in Berkheim. Sie fressen Getreide, das zu zwei Dritteln aus Eigenerzeugung stammt. Dazu kommen Erbsen, Ackerbohnen, Buchweizen, Kartoffeleiweiß und Grascobs. Den Schritt in die Bio-Haltung hat Anton Gawaz nicht bereut. Überhaupt – dass er nach einer Ausbildung zum Kaufmann doch noch Landwirtschaft studiert und den elterlichen Betrieb 1993 übernommen hat, war für ihn der richtige Schritt. „Ich könnte mir nichts anderes mehr vorstellen.“

Bio aus der Region für die Region

Wir betreiben ökologische Schweinemast und liefern einen Teil unserer Schweine an die Feneberg Lebensmittel GmbH. Das Unternehmen aus Kempten im Allgäu vermarktet ihr Fleisch unter der regionalen Bio-Marke VonHier.

Bio vor Ort