Betriebs-Porträt

Bioland-Hof Heiligmann

Bioland-Hof Heiligmann
Familie Friedbert Heiligmann
Lichtenaustraße 10
89349 Oberwaldbach

08225 2822

Sehen wo's herkommt

 

Hähnchenmast als Familienprojekt

Thomas Heiligmann war schon als Kind begeistert von Geflügel. Zur Einschulung wünschte er sich von seinen Eltern Hühner. Die bekam er auch und somit war sozusagen der Grundstein gelegt für das, was später kommen sollte.

Zunächst wuchs Thomas Heiligmann mit seinen beiden Brüdern und seiner Schwester auf dem konventionell bewirtschafteten Milchviehbetrieb seiner Eltern in Oberwaldbach im Landkreis Günzburg auf. Schon als Kind packte er gern mit an und ihm war klar, dass er später einmal „was mit Landwirtschaft“ machen wollte. Nach der Schule studierte er in Weihenstephan Wirtschaftsingenieurwesen, Agrarmarketing und Management. Als er fertig war, bekam er gleich eine Stelle bei der Feneberg Lebensmittel GmbH, wo er seitdem für die Geflügel-Vertragslandwirtschaft zuständig ist. Dass er auf diese Weise sein jahrelanges Interesse fürs Federvieh gleich beruflich nutzen konnte, sei „ein positiver Zufall“ gewesen, erzählt Thomas Heiligmann lachend.

Gut mit Erwerbstätigkeit kombinierbar

Etwa zeitgleich stand zu Hause die Entscheidung an, wie es mit dem elterlichen Hof weitergehen sollte. Alle vier Kinder waren mittlerweile erwachsen und hatten grundsätzlich Interesse an der Landwirtschaft – gleichzeitig stellte sich die Frage, ob man mit der Milchviehhaltung weitermachen oder den Betrieb umstellen wollte. Familie Heiligmann fand eine überraschende Lösung: Sie beschloss, künftig Bio-Hähnchen zu mästen, und zwar als Gemeinschaftsprojekt! Die Eltern und alle vier Kinder sind seither gleichberechtigte Mitglieder im Familienbetrieb und teilen sich die Arbeit auf. „Die Ausgangsbedingungen sind super“, sagt Thomas Heiligmann. „Jeder kann mitmachen und man ist zeitlich flexibel.“ Die Hähnchenmast, erklärt der Landwirt, sei gut mit einer Erwerbstätigkeit kombinierbar, weil die Flexibilität viel höher ist als beispielsweise in der Milchviehhaltung. Zwei bis drei Mal am Tag muss nach den Tieren geschaut werden, aber es ist im Grunde egal, ob es beispielsweise um acht oder um neun Uhr das erste Mal geschieht. Jedes Familienmitglied kann deshalb auch noch berufstätig sein. Richtig arbeitsintensiv wird es nur dann, wenn die Hähnchen ausgestallt werden. „Das sind ein paar Stunden harte Arbeit“, erklärt Thomas Heiligmann. Dann helfen alle mit. Die Hähnchen werden in den Abendstunden bei Blaulicht, wenn sie ruhen, eingefangen und in Kisten gepackt, dann kommen sie auf den LKW. Der Stall muss gründlich gereinigt und bei Bedarf desinfiziert werden. Zwei bis drei Wochen steht der Stall dann leer, bevor die neuen Küken kommen.

Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer DE-BY-006-46934-A geführt wird.

Weitere Informationen:

Website des Bioland-Verbandes

Stroh, Sandbäder, Wintergarten und Auslauf bieten ideale Bedingungen

Übrigens verbringen die Küken die ersten drei bis vier Wochen ihres Lebens in einem Vormaststall. In den ehemaligen Kälberstall hat Familie Heiligmann extra eine Fußbodenheizung eingebaut, denn die kleinen Küken sind sehr empfindlich. Sie brauchen es schön kuschelig warm und fühlen sich bei 32 Grad am wohlsten. Nach der Vormast kommen sie in den eigentlichen Maststall – und hier erwarten sie auf dem Betrieb in Oberwaldbach wahrlich ideale Bedingungen. Der Stall ist mit Stroh ausgestreut, das zum Picken und Scharren einlädt, und zudem mit Sandbädern ausgestattet. Im Wintergarten können die Hähnchen frische Luft schnappen, sind aber geschützt vor Wind und Regen. Und die Mutigen können den riesigen Auslauf nutzen, im Gras nach Leckerbissen suchen und sich nach Herzenslust bewegen. Thomas Heiligmann hat extra Holunderbüsche in den Auslauf gepflanzt, damit die Hähnchen Schutz finden, wenn sie draußen sind. Denn die Tiere sind vorsichtig – allzu weit entfernen sie sich nicht vom Stall und einige vermeiden es sogar ganz, nach draußen zu gehen. Sie bevorzugen den Wintergarten.

Keine Lust gehabt, auf Masse zu produzieren

Bereut hat es die Familie freilich nicht, auf Geflügel umgestellt zu haben. „Es macht einfach Spaß, zuzuschauen, wie die Tiere auf frisches Stroh losgehen“, erzählt Thomas Heiligmann und blickt zufrieden auf seine eifrig scharrende und sandbadende Hühnerschar. 4400 Tiere haben Platz im Stall. Wenn sie neun Wochen alt sind, werden sie geschlachtet. Dass die Hähnchen nach Bioland-Richtlinien gemästet werden sollen, stand für die Familie von Anfang an fest. „Wir hatten keine Lust, auf Masse zu produzieren, wo Lebensmittel nichts mehr wert sind – und die Tiere auch nicht“, erklärt Thomas Heiligmann. „Also haben wir nach einer anderen Option gesucht.“ Schon 2016 wurden die Wiesen auf Bio umgestellt, 2017 hielten dann die ersten Hähnchen Einzug. Noch immer leben einige Rinder auf dem Hof und auch die sollen bald „Bio“ werden.

Thomas Heiligmann hat mit der Hähnchenmast nicht nur eine persönliche Vorliebe verwirklicht und den Familienbetrieb zukunftsfähig aufgestellt – er sieht noch einen weiteren Vorteil. „Wenn ich selbst Geflügel mäste“, erklärt er augenzwinkernd, „kann ich auf Augenhöhe mit den Landwirten reden, mit denen wir bei Feneberg zusammen arbeiten“.

Bestes Bio aus der Region für die Region

Familie Heiligmann erzeugt Bio-Masthähnchen, die über das VonHier-Programm von Feneberg vermarktet werden.

Bio vor Ort