Öko-Gemüse - gut für Mensch und Natur

Öko-Gemüse - gut für Mensch und Natur

Der Anbau von Öko-Gemüse erfolgt im Einklang mit der Natur. Öko-Bauern orientieren sich dabei an regionalen und saisonalen Gegebenheiten. Sie kultivieren z.B. solche Sorten, die robust gegen Schädlinge und Krankheiten sind oder deren Anbau sich in ihrer Region traditionell bewährt hat. Das verwendete Saatgut stammt nach Möglichkeit von ökologisch gezogenen Pflanzen und darf weder gentechnisch verändert noch chemisch gebeizt sein.

Das wertvollste Gut des Öko-Bauern und gleichzeitig Garant für schmackhaftes und gesundes Gemüse ist der Boden. Seine Fruchtbarkeit zu fördern, ist eine der wichtigsten Aufgaben im Öko-Landbau. Der Einsatz von mineralischen Stickstoffdüngern ist im ökologischen Landbau verboten. Sie sind im Boden schwer abbaubar und können in Form von Nitrat ins Trinkwasser gelangen. Öko-Bauern düngen stattdessen ihre Böden mit organischem Dünger, z.B. mit Kompost, der auf dem eigenen Hof bei der Tierhaltung anfällt.

Eine gut durchdachte Fruchtfolge sorgt außerdem dafür, dass in den Böden ausreichend Nährstoffe für das angebaute Gemüse enthalten sind, aber nur solche Mengen an Stickstoff, die die Pflanze für ihr Wachstum tatsächlich benötigt.

Pflug bildet einen Damm vor der Aussaat von Feldgemüse

Nitrat? Nein, danke!

Gemüse aus ökologischem Landbau enthält in der Regel weniger Nitrat als konventionelles Gemüse. Völlig frei von Nitrat kann jedoch selbst Öko-Gemüse nicht sein, denn Nitrat stellt einen wichtigen Nährstoff für die Pflanze dar. Unter Sonneneinstrahlung verwandelt die Pflanze das Nitrat in Pflanzeneiweiß. Daher ist im Freiland gereiftes Gemüse dem Gemüse aus dem Treibhaus in jedem Fall vorzuziehen

Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sind im ökologischen Gemüseanbau verboten. Doch was tun Öko-Bauern, um ihre Ernte vor Pflanzenschädlingen und Unkraut zu schützen? Sie setzen auf Nützlinge, die mit ihren „eigenen Waffen“ z. B. Schnecken, Blattläuse oder Spinnmilben bekämpfen, und in vielen Fällen auch auf Handarbeit, indem sie die „ungebetenen Gäste“ von den betroffenen Pflanzen entfernen und vernichten.

Zur Unkrautregulierung hat sich bei einigen Gemüsearten, z.B. bei Möhren, die Dammkultur bewährt. Durch den Anbau der Pflanzen auf leicht erhöhten Dämmen fällt es leichter, die Pflanzen von Unkraut frei zu halten.

Die Mühe und Sorgfalt, die Öko-Gemüsegärtner in jede einzelne Pflanze stecken, nützt nicht nur der Umwelt. Auch Sie als Verbraucher profitieren davon und schmecken es mit jedem Bissen. Bio-Gemüse ist kein Turbo-Gemüse. Es konnte seiner Natur gemäß langsam wachsen und in der Erde seinen Reifezustand erreichen. Es war während seines Wachstums unterschiedlichen Witterungsverhältnissen ausgesetzt und ist dadurch „stark“ geworden. Öko-Gemüse enthält nachweislich mehr Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, während sein Gehalt an Wasser niedriger ist als bei konventionell angebautem Gemüse. Auch wenn Öko-Bauern zuweilen kleinere Exemplare ernten - all das macht Gemüse aus ökologischem Anbau gehaltvoller, aromatischer und einzigartig.

Frisch geernete Möhren