Wie und wo wachsen Öko-Pilze?

Wie und wo wachsen Öko-Pilze?

Zuchtpilze wachsen in großen Hallen, die mit einer ausgetüftelen Klimatechnik gesteuert sind, denn sie benötigen während ihres Wachstums enorm viel Platz und sind vor allem gegenüber Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit sehr empfindlich. Die Basis für die ökologische Pilzzucht bildet das Pilz-Substrat, das aus kontrolliert ökologischem Anbau stammt. Öko-Pilzgärtner wählen als Substrat je nach Pilzart Stroh, Holz, Späne, Sägemehl oder sterilisierten Kompost. Die Herstellung des Substrates erfolgt in vielen Öko-Pilzzuchtbetrieben in einem eigenen Bereich, so dass die Herkunft der Rohstoffe transparent und nachverfolgbar ist. Der Kompost fällt entweder auf dem eigenen Betrieb an oder stammt von einem anderen Öko-Betrieb.

Verschiedene Pilzsorten während ihres Wachstums

Damit ein Speisepilz wachsen kann, muss das Substrat mit der Pilzbrut (Mycelium) versetzt werden. Bei diesem Vorgang ist äußerste Hygiene angesagt, denn jede Verunreinigung mit einem anderen Mikroorganismus kann das Substrat für den Kulturpilz verderben. Anschließend wird das Substrat in Klimaräumen aufgestellt. Nun wächst das Pilzmycel in das Substrat hinein, schließt es auf und „frisst“ sich rund und fett. Je nach Pilzart dauert die Entwicklung des eigentlichen Pilzkörpers zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten. Während des Wachstums werden die unterschiedlichen Ansprüche an Lichtverhältnisse, Temperatur, Feuchte und Frischluft durch modernste Klimatechnik geregelt

Keine Angst vor Rückständen!

Speisepilze aus ökologischer Zucht können Sie bedenkenlos genießen. In keiner Stufe ihrer Erzeugung kommen sie mit Pflanzenschutzmitteln, synthetischen Düngern, Umweltschadstoffen oder radioaktiver Strahlung in Kontakt. Bei der Anzucht und Ernte sowie bei der Verpackung achten die Hersteller auf äußerste Hygiene. Substrate und Gießwasser werden nicht mit Chlor oder synthetischem Dünger versetzt. Zur Desinfizierung der Gerätschaften, der Produktions und Arbeitsräume sind chemische Mittel verboten - die Züchter von Öko-Pilzen verwenden Wasser und Hitze, Alkohol und Essigsäure.

Die meisten Pilze wachsen in mehreren Schüben, so dass aus einer Substratbefüllung über mehrere Wochen gepflückt werden kann, jedoch mit abnehmendem Ertrag. Wenn es sich nicht mehr lohnt, auf weitere Pilze zu warten, werden die vom Pilz zersetzten Substrate eingesammelt und in der Landwirtschaft zur Bodenverbesserung eingesetzt.

Auch wenn viele Arbeitsschritte in der ökologischen Pilzzucht automatisiert sind: Die Pilzernte erfolgt in Handarbeit. In vielen Betrieben werden die Pilze schon so weit vorbereitet, dass die Verbraucher sie ohne weitere Arbeitsschritte in ihrer Küche weiterverwenden können.

Edelpilze aus ökologischer Zucht haben einen geringeren Wassergehalt als konventionell gezüchtete Pilze. Die Vorteile für Sie liegen auf der Hand: Die Pilze schmecken intensiver, beim Braten tritt deutlich weniger Wasser aus und sie behalten auch nach dem Garen ihren Biss.

Zuchtchampignons in unterschiedlichen Reifestadien