Betriebs-Porträt

Bioland-Hof Dötz

Betriebsleiterehepaar
Kornelia und Jürgen Dötz halten auf ihrem Hof Legehennen und eine Mutterkuhherde nach ökologischen Richtlinien.

Bioland-Hof Dötz
Jürgen Dötz
Ried 14
87477 Sulzberg

08376 8724
08376 9769296

Sehen wo's herkommt

Kunterbuntes Federvieh und eine Mutterkuhherde

Unser kleiner Ort Ried in der Oberallgäuer Gemeinde Sulzberg ist eigentlich ländlich ruhig, aber hier am Hof geht es farbenfroh und lebhaft zu. Wir lieben einfach Tiere! Bei uns gibt es nicht nur Kühe und Legehennen, sondern ein reges Miteinander von Enten, Gänsen, Sittichen, einem Papagei und Schildkröten, einem Dackel, Ziegen und einem Lama. Und während eine kleine Schar Wachteln am Boden herumwuselt, recken unsere Nandus ihren Kopf auf ungefähr 1,30 Meter Höhe in die Luft. Dazwischen bringen einige Goldfasane Farbe ins Spiel – vor allem die Männchen mit ihrem bronzeroten und goldgelben Gefieder und ihrer imposanten goldfarbenen Haube. Wir, die Familie Dötz, fühlen uns am wohlsten, wenn wir mittendrin sind. Die Tiere sind eigentlich ein Hobby meiner Frau Kornelia, aber unsere Kinder haben sie genauso ins Herz geschlossen.

Angefangen hat das alles mit mir, Jürgen Dötz, als ich 1994 den elterlichen Hof übernommen habe und die Verantwortung über einen Landwirtschaftsbetrieb mit Milchviehhaltung anvertraut bekam. Fast zwanzig Jahre hatte ich als Kraftfahrzeug-Mechaniker gearbeitet, und nun sollte ich einen Bauernhof führen. Nur war Milchvieh eigentlich nicht meine Sache. Als Kornelia eines Tages meinte, dass es doch viel schöner wäre, wenn die Kälber bei der Mutter bleiben könnten, entschieden wir uns, das auszuprobieren. Es hat uns so fasziniert, dass wir die Milchviehherde zur Mutterkuhherde machten und zum Öko-Landbau wechselten. Jetzt können die Kälber so viel Milch trinken, wie sie wollen, und so lange bei der Mutter bleiben, bis sie fast ausgewachsen sind. Mit diesem Schritt haben wir uns auch einen Weg geschaffen, den Hof im Vollerwerb zu betreiben.

Wo Hühnerhaltung die Umwelt schützt

Bevor wir mit der Legehennenhaltung anfingen, haben wir uns ein Jahr lang informiert und in Deutschland sowie in der Schweiz Ställe besichtigt, um ein Bild von der artgerechten Geflügelhaltung zu bekommen. 1999 haben wir dann den ersten Stall errichtet - damals für 2.000 Legehennen. Seit der Erweiterung im Jahr 2007 halten wir nun doppelt so viele Hühner.

Die Hühner kommen zu uns im Alter von 18 Wochen. Der neue Stall und die Umgebung bedeuten für sie immer eine große Aufregung, aber nach ein paar Tagen haben sie sich eingelebt. Ab der 20. Woche beginnen die Hennen mit dem Legen. Die Eier sind zwar anfangs noch relativ klein, doch schon nach vier Wochen laufen die Tiere zu Bestform auf. Damit sie sich dabei wohlfühlen, halten wir sie in geräumigen Ställen, wo es Flächen zum Scharren gibt, Sitzstangen zum Hocken und einen überdachten Wintergarten für die Portion Frischluft während der kalten Jahreszeit. Im Sommer können die Tiere täglich ins Grüne laufen: Eine zwei Hektar große Wiese grenzt direkt an den Stall. Hier haben wir zum Schutz nicht nur einige Sträucher gepflanzt, sondern mehrere Hecken angelegt, die nun auch als kleine Biotope vielen Tierarten Unterschlupf bieten. Unser zweites kleines Umweltprojekt sind zwei Baumalleen: Schattenspender für uns und Lebensraum für Vögel, Insekten und anderes Getier.

Statt Winterblues gibt's Öko-Futter

Während unsere Hühner im Sommer viel Beschäftigung und vor allem Sonnenlicht haben, muss ich mir im Winter oft etwas einfallen lassen. Sonst drängen sie sich im Wintergarten und versuchen alle auf einmal, die wenigen Sonnenstrahlen zu erhaschen, die durch den Wolkenhimmel dringen. Mit Strohballen und versteckten Getreidekörnern lenke ich sie ab. Selbstverständlich verwenden wir bei solchen "Naschereien" wie auch bei der Fütterung ausschließlich Futter aus ökologischer Erzeugung.

Genauso erhalten unsere Rinder nur Kost in Bio-Qualität. Von Mai bis Oktober verbringt die Herde Tag und Nacht im Freien und frisst das frische, kräuterreiche Gras unserer Bergwiesen. Im Winter füttern wir Heu (das ist der erste Schnitt der Wiesen), Grummet (so heißen der zweite und die folgenden Schnitte) sowie Silage (durch Milchsäuregärung konserviertes hochwertiges Grünfutter). Unsere 19 Hektar Grünland geben genug her, dass wir für die zwölf Mutterkühe und ihre Kälber nichts zukaufen müssen. Wir erzeugen sogar mehr als wir brauchen und tauschen es deshalb mit einem anderen Öko-Bauern gegen Stroh als Einstreu für die Ställe.

Leider gilt das nicht beim Hühnerfutter, denn unser Hof liegt für den Ackerbau zu ungünstig. Weder das raue Klima hier auf 800 Metern Höhe noch die Böden eignen sich dafür. Doch da greift eine weitere Kooperation: Wir liefern einem Ackerbau-Kollegen Hühnermist, den er als Dünger sehr gut verwenden kann, und erhalten von ihm Bio-Getreide, das wir dem Hühnerfutter beimengen.

Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BY-006-41041-AD.

Weitere Informationen:

Website des Bioland-Verbandes

Und immer bleibt etwas zu tun

Zum Hof gehören nicht zuletzt rund zweieinhalb Hektar Wald, dessen Holz wir zum Bauen und Heizen verwenden, außerdem geht ein wenig in den Verkauf. Neben dem Holz nutzen wir die Sonne als regenerative Energiequelle: Fotovoltaikanlagen auf dem Maschinenunterstand und auf der Überdachung des Hühnermists erzeugen Strom und speisen ihn ins öffentliche Netz.

Was sonst das Bild von unserem Hof ausmacht, ist der Bauerngarten. Dort und im Gewächshaus pflanzen wir Obst und Gemüse, so dass wir übers Jahr gut versorgt sind. Diese kleinen Arbeiten sind für uns wie ein Hobby. Irgendwo ist immer etwas zu tun, wenn nicht im Garten oder Stall, dann an anderer Stelle. Denn auch für einen Bauernhof gibt es kein Stehenbleiben und Verharren; das käme einem Rückschritt gleich.

Auch engagieren wir uns ehrenamtlich: Kornelia im Gartenbau- sowie im Kleintierzuchtverein und ich als Sprecher der Vorstandschaft in der Fleischvermarktung der Feneberg Lebensmittel GmbH.

Vielseitige Vermarktung in der Region

Wir betreiben ökologische Mutterkuhhaltung im Rahmen des VonHier-Programms der Feneberg Lebensmittel GmbH. Das Unternehmen aus Kempten im Allgäu kauft unsere Jungrinder und vermarktet ihr Fleisch in den Feneberg-Filialen unter der regionalen Bio-Marke VonHier.

Die Bio-Eier unserer Legehennen gehen über die Vermarktungsgemeinschaft BiOvum in den Lebensmitteleinzelhandel. In den Feneberg-Filialen im Allgäu sind sie unter dem Dach der regionalen Bio-Marke VonHier erhältlich.

Auch „VonHier“-Suppenhühner liefern wir gelegentlich an Feneberg. Einen Teil der Eier verkaufen wir – ebenso wie unseren beliebten hausgemachten Eierlikör und Suppenhühner – in unserem Hofladen. Außerdem beliefern wir Metzgereien, Bio-Läden und Bäckereien in der Region mit den Erzeugnissen von unserem Hof.

Öffnungszeiten Hofladen:

Montag und Mittwoch 17.00 bis 19.00 Uhr
Samstag 9.00 bis 12.00 Uhr

Sortiment:

Eier, Suppenhühner, hausgemachter Eierlikör

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